Elternleben

Der Weg ist das Ziel

„Pläne sind dazu da, verändert zu werden“?!

Sicher kennen das viele, wir überlegen uns einen schönen Tag und geben eine Menge dafür, dass dieser auch gut funktioniert. Früher aufstehen, Sachen packen, Kind anziehen und los geht´s. Heute bin ich alles noch zwei Mal durchgegangen, damit ich nicht´s vergesse und so habe ich mich mit der kleinen nun Zweijährigen auf das Fahrrad geschwungen. Beim Weg nach unten dachte ich mir noch, „ein Platten wäre jetzt doof, aber nur nicht negativ denken“. Als wir saßen freute ich mich, das Rad rollt- kein Platten. Eine Ecke später stellte ich fest, dass die Handbremse kaputt ist, einfach gebrochen. Komisch und ärgerlich, aber ich hab ja noch den Rücktritt, also ging es vorsichtiger die circa 5 Kilometer durch den Park. Unser Ziel heute war der Tierpark (Bioparc) und das nur zu zweit, ein Mama-Tochter Tag mit Tieren, Picknick und Siesta auf der Wiese war geplant. Ich düste dann doch etwas schneller, denn ich wollte kurz nach der Öffnung da sein, Ich mag es, wenn es zu Beginn so leer ist und die Kleine Platz zum Erkunden hat. Zufrieden angekommen suchte ich einen Parkplatz für das Rad und als ich die Kleine runter heben wollte, fiel mir auf, dass sie von ihren zwei Schuhen nur noch einen trug. Herjeemine, sie hatte im Eifer ihrer „ich-möchte-alles-allein-machen“ Phase und sicher auch etwas aus Langeweile mal eben einen Schuh ausgezogen und strahlte mich an. Klar drehte ich mich beim Fahren oft um und schaute in ihr Gesicht und sprach und sang mit ihr, aber die Füße überprüfte ich dabei nicht ständig. Schade eigentlich, hätte ich mal besser sollen. Und nun? Barfuß durch den Tierpark? Nein, irgendwie keine gute Idee mit Scherben und so. Die ganze Zeit tragen? Nein, irgendwie auch ungünstig und nicht schön für meine kleine Rennmaus. Aber es war doch alles geplant! ich überlegte schnell, ob ich Wechselschuhe in der Tasche hatte, aber neben dem extra Body, der Windel, dem Nuckel, der Fechttücher, dem Wasser war da nichts, was mir hätte helfen können … keine Schuhe dabei. Dabei war ich doch so stolz, dass ich bei diesem Ausflug ein paar Dinge eingepackt habe, nicht wie sonst.

Planänderung?

Schnell wurde mir bewusst, dass das mein Plan war, meine Vorstellung und sie vergnügt mit mir gekommen ist, egal wohin der Weg uns trug. Und auch in dieser Situation noch immer -ohne zweiten Schuh- fröhlich vor sich hin trällerte. Ich musste mich schnell der neuen Situation anpassen, meine Pläne ändern und meine gute Laune  behalten. In diesem Moment ging es nicht darum was wir machen, sondern dass wir etwas machen, zusammen. Klingt etwas schnulzig, aber so war es. Direkt fuhren wir den ganzen Weg, den wir gekommen waren wieder zurück und ich blickte ununterbrochen auf den Boden- in der Hoffnung, den schönen Schuh noch zu finden. Die Kleine sang hinten immer „Schuh-zapato-Schuh-Bravo“ und klatschte.

Zuhause angekommen zogen wir neue Schuhe an und gingen auf den Spielplatz um die Ecke, dort wurde geschaukelt, gerutscht, gekuschelt und ich glaube für mein Mädchen war der Tag ähnlich schön!

Im Moment leben

Kinder zeigen mir immer wieder, wie sehr es zählt im Moment zu leben, mit ihnen zu sein und wie wichtig es ist, sich immer wieder den neuen Situationen anzupassen. Meine festen Pläne liebe ich, ich strukturiere gern und überlege mir wie es sein könnte und bin froh, dass ich mit meinen Kindern lerne, dass es auch anders gut ist, auch anders wunderschön sein kann. Verharre ich in meinen Plänen und Strukturen, setzt mich das im Gegenzug unter Druck und erzeugt Stress, etwas was weder mir noch den Kindern gut tut.

Sicher werde ich diesen Ausflug bald wiederholen und ich bin gespannt, ob ich mich dann ständig umdrehe, die Kleine von Beginn an barfuß ist oder ich Ersatzschuhe dabei habe. Mal sehen…

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