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Paarzeit und Kinderbedürfnisse

Von Kathrin

Kennt ihr das? Ihr wohnt mit eurem Partner zusammen und dennoch müsst ihr euch verabreden, damit eine gemütliche Zeit z.B. auf dem Sofa am Abend verbringen könnt?

Irgendwie ist immer etwas – Einschlafbegleitung sowieso, dann Termine, mal ein Treffen mit Freunden, Arbeit, Elternabend oder Sport! Aber nun, zum dritten Anlauf in zwei Wochen sollte heute der Abend sein, an dem ihr einfach mal wieder zu zweit Sätze beendet, ohne unterbrochen zu werden, eine Serie guckt und ein Glas Wein trinkt, bevor ihr erschöpft einschlaft.

Kind eins schläft wie geplant müde ein und Kind zwei packt das in der Regel ganz gut allein, nach dem Kuscheln und der Geschichte.

Außer heute!?! Es kommt ein paar Mal raus, hat Durst, Hunger und nach einigem hin und her beschließt es, dass es heute einfach nicht ins Bett gehen wird.

Puh, na gut, denkt ihr euch, das wäre ja gelacht. Etwas Überzeugung, gutes Zureden, ins Zimmer begleiten wollen, sanftes Zudecken…?! Aber n-e-i-n, heute bleibt es stur und im Sessel sitzen.

Da merkt ihr, wie in euch die Ungeduld, das Unverständnis und ein Hauch von Wut aufkommt. Aber hej, nein, denkt ihr, atmet tief ein! Ihr schafft das! Immerhin ist die Zeit als Paar für Mama und Papa auch wichtig, dass muss das Kind doch verstehen. Das kann es schon verstehen.

Nur nicht heute. Nach nochmaligem Überzeugen, dieses Mal mit weit aus mehr Nachdruck wird die Stimme direkter, die Wut klopft noch mal an und bittet um Einlass.

Ihr hört euch sagen: „Dann geh bitte in dein Zimmer, du kannst auch noch lesen, aber hier ist nun kein Ort mehr für dich.“

Ihr habt euch eingefühlt, so glaubt ihr, Ideen und Angebote unterbreitet, das muss doch nun friedlich zu lösen sein! Was fehlt denn nur?

Nimmt es das Lesen und Ruhen im Zimmer an?

Keine Chance, Kind zwei rührt sich nicht vom Fleck. Ihr denkt nach. Hmmm, welches seiner Bedürfnisse ist nun nicht erfüllt? Warum stellt es sich so quer? Und was ist mit euren Bedürfnissen?

Ihr werden nun doch ungehaltener, weil ihr wollt nun R-u-h-e und Z-w-e-i-s-a-m-k-e-i-t. Ihr spürt die Wut und Autorität anklopfen. Hört innere Sätze in euch aufkommen, wie: „Bei dir hätte es das früher nicht gegeben!“

Ein tiefen Atemzug später fällt euch plötzlich der Satz ein:

„Euer Kind zeigt immer sein bestmögliches Verhalten!“

Ihr lasst den Satz noch mal sacken und sagt ihn euch innerlich wie ein Mantra auf. Plötzlich spürt ihr, wie sich eure Anspannung senkt und der Druck, die Situation nach eurem Plan zu lösen, abfällt.

Es ist nun so. Das Kind kann gerade nicht anders! Ihr legt gefühlt eure Waffen nieder und nehmt die Situation an, wie sie ist. Sätze euere Kindheit verbannt ihr!

Ihr spürt einen Frieden und beobachtet euer Kind, wie es da so sitzt. Ihr versteht es in dem Moment nicht, vielleicht ist euch das Verhalten noch immer fragwürdig. Und doch ist da plötzlich diese Ruhe!

Ein paar stille Minuten später, in denen ihr der Situation einfach Zeit und Zuversicht gebt, blickt das Kind euch an und fragt:

„Deckst du mich noch zu Mama? Bleibst du noch etwas bei mir?“.

Gänsehaut und ein Lächeln kommt in euch auf.

„Ja, mein Kind, ja!“

und einen kurzen Moment später ist es friedlich eingeschlafen!


Wer von euch kennt solche Abende? Abende, an denen ihr einen Plan habt, der sich einfach nicht mit dem der Kinder vereinbaren lässt.

Erzählt mal, wie ihr das löst? Kommt euch das bekannt vor?



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