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Stoppt den Ausruh- und Schlafzwang im Kindergarten

Kinder haben unterschiedliche Schlafbedürfnis und -gewohnheiten

Stoppt den Ausruh- und Schlafzwang im Kindergarten

Der folgende Artikel richtet sich an pädagogische Fachkräfte und möchte die gängigen Informationen bezüglich des kindlichen Schlafbedürfnisses auffrischen. Es ist unumstritten, dass Kinder Phasen der Ruhe und Entspannung im Tagesablauf benötigen. Wie können diese an die Bedürfnisse der Kinder angepasst werden? Benötigen alle Kinder gleich viel Schlaf? Wer bestimmt wie viel Kinder schlafen sollen – Eltern, die Fachkräfte, das Kind? Ist eine restriktive Mittagsruhe für die gesunde Entwicklung von Kindern förderlich? Fragen, die in Kindergartenteams regelmäßig erörtert werden und mit den Wünschen der Eltern kollidieren. Um diese Fragen näher beantworten können, werden die Auswirkungen des Mittagsschlafes auf den Nachtschlaf erörtert und Ideen für eine harmonische Umsetzung von Ruhezeiten im Sinne aller beschrieben.

In mehreren Kindergärten in Deutschland wurden nach pädagogischen Fortbildungen konzeptionelle Umstrukturierungen des Tagesablaufs durch die allgemeinverbindliche Mittagsruhe beschlossen. Das Konzept sieht vor, dass alle Kindergartenkinder (0-6 Jahre) in verschiedenen Altersgruppen nach dem Mittagessen eingeteilt und nach einem festen Ritual und Vorgehen in die Ausruh- bzw. Schlafzeit begleitet werden. Nicht nur die Krippenkinder werden zur Ruhe angehalten, auch die Fünf- und Sechsjährigen haben einen festen Platz auf ihrer zugewiesenen Matte. Dort müssen sie liegen, oder sitzen, dürfen sich nicht bewegen und das Spielen und Sprechen ist untersagt. Eine pädagogische Fachkraft liest eine bekannte Geschichte vor, spielt im Anschluss eine leise Entspannungsmusik im Hintergrund und legt sich zu den Kindern. Die Zeit wird beginnend von 15 auf bis zu 60 Minuten gesteigert. Kinder, die nicht einschlafen, dürfen nach ca. 45 bis 60 Minuten aufstehen. Kein Kind darf vom Einschlafen abgehalten oder vor Beendigung der Ruhephase geweckt werden. Ist diese Form der restriktiven Mittagsruhe förderlich?

Das Schlafbedürfnis von Kindern

Zu Beginn gilt es das Schlafbedürfnis von Kindergartenkindern zu hinterfragen. Für einige Kinder ist der Mittagsschlaf und das Ausruhen auch im Vorschulalter für die Regeneration der geistigen und körperlichen Kräfte und die Verarbeitung der Eindrücke des Tages notwendig und ergänzt den Nachtschlaf. Der Schlaf beeinflusst die Konzentration und das Lernverhalten und ist lebensnotwendig – das steht außer Frage (Largo 2010, S. 187). Im Schlaf sinken die Stresshormone nachweislich und im Tiefschlaf werden Wachstumshormone ausgeschüttet (vgl. Naranjos Velazquez, S. 11f.)
Schauen wir uns den Schlafbedarf der Kinder an, so wird deutlich, dass dieser sehr individuell ist und bei Kindern im gleichen Alter starke Abweichungen zu erkennen sind. Es gibt nachweisbar Kurz- und Langschläfer. Während Kurzschläfer schon mit ungefähr 2 Jahren auf den Mittagsschlaf verzichten, schlafen nur noch 50% der Kinder mit ungefähr 3 Jahren (vgl. Kramer 2015, S. 6). Bei den 5-Jährigen schlafen zur Mittagszeit nur noch ungefähr 8% der Kinder im Durchschnitt (vgl. Naranjos Velazquez, S. 12).
Neben den individuellen Schlafbedürfnissen der Kinder variiert auch der Tagesablauf außerhalb der Kita von Kind zu Kind. Während einige Kinder früh gebracht werden, schlafen andere länger und kommen erst nach dem Frühstück in die Gruppe. Manche legen nach der Kita zuhause eine Ruhephase ein. Ob ein Kind also zur festgelegten Mittagszeit müde ist, hängt von den individuellen Schlafenszeiten, den Tagesabläufen, den Gewohnheiten und kulturellen Einflüssen der Kinder ab.
Die Sozialwissenschaftlerin Marlene Meding vertritt die Auffassung, dass Kinder sich im Alter von 3 bis 4 Jahren trotz Müdigkeit mit bestimmten Techniken wach halten und aufgrund des Wunsches nach Teilhabe an der Gemeinschaft oder Aktivitäten ihre Müdigkeit verleugnen. Erst mit 5,5 bis 6 Jahren könnten sie ihren Schlaf-Wach-Rhythmus selbst steuern (vgl. Meding 2016, S. 16). Hier sollten die Erwachsenen eingreifen und die Führung übernehmen, so Meding.
Wie wir nun wissen, verändert sich das Schlafbedürfnis in diesem Alter signifikant und nur noch ein kleiner Teil hält Mittagsschlaf. „Je älter es wird, desto mehr wird es von Gewohnheiten und kulturellen Faktoren geprägt“ (Largo 2010, S. 228). So schlafen beispielsweise in Skandinavien Kinder mit 3 Jahren weniger als beispielsweise in Spanien (vgl. ebd.). Dort gehen die Kinder kulturell bedingt viel später ins Bett, als wiederum in Deutschland.

Ruhephasen sind wichtig

Es ist unumstritten, dass Kinder, egal ob Kurz- oder Langschläfer nach einer Zeit der Anspannung eine Entspannung benötigen. Kinder brauchen und wählen im Kindergarten Rückzugsmöglichkeiten, Höhlen und/oder ein Sofa und Matratzen zum Ausruhen. Auch Phasen der Bilderbuchbetrachtung können entspannend wirken (vgl. Kollmann 2013, S. 48 f.) Stellen wir uns die Frage, ob ein Kind eine Ruhe- oder Schlafphase benötigt, so gibt das Verhalten des Kindes Aufschluss darüber. Zeigt es sich aktiv und zufrieden oder eher erschöpft, weinerlich und mit geringer Frustrationstoleranz? Beobachtungen geben hier in der Regel klare Anzeichen und Eltern sowie pädagogische Fachkräfte kennen ihre Bezugskinder und können diese somit angemessen und individuell begleiten.

Auswirkungen des Mittagsschlafes auf den Nachtschlaf

Es ist belegt, dass der Schlafbedarf von Mensch zu Mensch abweicht. Einige Kinder benötigen mehr Schlaf als andere. Kinder, die am Tag (beispielsweise zur Mittagszeit) viel schlafen, schlafen in der Nacht weniger und später oder umgekehrt. Bei Unsicherheit empfiehlt es sich, ein Schlafprotokoll über mehrere (empfohlene werden drei) Wochen anzufertigen, um den Schlafbedarf zu ermitteln. Notwendig wird es besonders, wenn Kinder in der Nacht unüblich oft aufwachen oder am Abend nicht müde sind und trotz gewohnter Abläufe und Rituale schwer zur Ruhe kommen. Fest steht, Kinder schlafen nur dann gut, wenn sie tatsächlich müde sind und nur so lange, bis das Schlafbedürfnis gedeckt ist. Schläft ein Kind beispielsweise zur Mittagszeit 3 Stunden und wacht nach 6 Stunden Nachtschlaf auf und kann nicht mehr einschlafen, können die Schlafenszeiten überdacht werden. Es gilt zu schauen, wie viele Stunden ein Kind in 24 Stunden benötigt. Wie viel Schlaf/Ruhe ist tagsüber nötig, damit das Kind zufrieden ist? Anhand dessen gilt es zu überdenken, von wann bis wann das Kind nachts am geeignetsten schläft (vgl. Largo 2010, S. 229f.).
Kinder, die ihren Schlafbedarf in der Nacht nicht decken, profitieren vom Mittagsschlaf. Dies trifft verstärkt auf Kinder zu, die spätere Zubettgeh- und Einschlafzeiten aufweisen und am morgen früh geweckt werden (vgl. Kirchhoff). Der Mittagsschlaf kann auch negative Effekte mit sich bringen. Die Dauer des Mittagsschlafes steht im Zusammenhang mit einer späteren Zubettgeh- und Einschlafzeit, sowie einer kürzeren nächtlichen Schlafdauer. „In japanischen Ganztagesbetreuungseinrichtungen, in denen die Kinder in diesem Alter angehalten werden 90 Minuten Mittagsschlaf zu machen, haben die Kinder darüber hinaus signifikant mehr Einschlafprobleme, häufiger das Gefühl nicht ausreichend Nachtschlaf zu bekommen, eine schlechte Stimmung beim Aufstehen am Morgen und einen Unwillen in die Betreuungseinrichtung zu gehen“ (Kirchhoff).
Treten diese Probleme auf, so können die Schlafzeiten sanft und über einen längeren Zeitraum angepasst werden (vgl. Largo 2010, S. 215 f.). Besteht der Wunsch, den Mittagsschlaf zu verkürzen, damit das Kind am Abend angenehmer ins Bett kommt, gibt es Möglichkeiten, das Kind auf richtige Weise zu wecken. Denn grundsätzlich raten Fachleute vom Wecken ab. Der Tagschlaf findet in Zyklen statt, möchte man ein Kind wecken, so empfiehlt es sich, das Halbschlafstadium abzuwarten. Die regelmäßigen, kurzen Aufwachmomente werden vom Gehirn später nicht als Aufwachen gespeichert. In dieser Phase sind sanfte Weckversuche möglich (vgl. Kramer 2015. S. 10). Die Schlafverteilung gilt es in jedem Fall mit den Fachkräften und Eltern zu besprechen. „Es muss darauf geachtet werden, dass die fehlenden Schlafstunden durch den Nachtschlaf abgedeckt werden können bzw., dass eine z.B. altersbedingte, natürliche Umstellung durch Weglassen von Schlaf sensibel begleitet wird. Das kann bedeuten, dass das Kind an manchen Tagen den Mittagsschlaf noch benötigt, während es an anderen Tagen bereits ohne Mittagsschlaf auskommt“ (ebd., S. 10).

Mittagsruhe muss sein!?

Nach der Auffassung von Meding benötigen Kinder feste Zeiten für die Mittagsruhe und den Nachtschlaf. Diese Zeiten sollten zwar an das Alter angepasst werden, aber „(…) sind unabhängig vom subjektiven Müdigkeitsgefühl des Kindes einzuhalten“ (Meding 2016, S. 16). Sie spricht Kindern somit grundsätzlich die Kompetenz ab, auf die eigenen Gefühle zu hören und diese zu äußern. Hierbei werden die Schlafenszeiten pauschalisiert und die individuellen Bedürfnisse bleiben unberücksichtigt.
Ihrer Meinung nach „fällt es (Eltern) heute schwerer, ihr Kind ins Bett zu bringen, da sie den Willen des Kindes berücksichtigen wollen und dessen subjektiv empfundene Müdigkeit als Kriterium nehmen“ (ebd., S. 18). Sie nimmt die Eltern in die Verantwortung „(…) ihr Kind ohne Diskussion zur fest geregelten Schlafenszeit ins Bett zu bringen“ (ebd., S. 18). Sie sollen den Machtkampf mit dem Kind nicht eingehen, sondern entscheiden, wann der Tag beendet wird und die Nacht beginnt. Liegt ein Kind dann noch wach im Bett, so sei dies „normal“. Ist ein Kind aufgrund des Mittagsschlafes, den Meding unbedingt für eine gesunde Entwicklung empfiehlt, am Abend länger wach, so sei dies kein Grund zur Sorge. Der Schlafrhythmus festige sich ihrer Meinung nach mit ungefähr 5,5 bis 6 Jahren. Die Auswirkungen des Mittagsschlafes seien  hierbei nicht zu unterschätzen und es bleibe fraglich und kritisch zu betrachten, ob der Mittagsschlaf dem Nachtschlaf vorzuziehen sei. Vermutlich unterscheidet sich der Mittagsschlaf auf Grund weniger, bzw. kaum auftretender REM Phasen zum Nachtschlaf (vgl. Kirchhoff).

Restriktive Mittagsruhe in Kindergärten hat Folgen

Kommen wir auf unser anfängliches Beispiel des Kinderhauses zurück. Die Kinder werden dort angehalten, in Ruhe auf der Matte zu sitzen oder zu liegen. Zuvor werden alle Reize minimiert (Zähneputzen, freie Sitzwahl beim Essen). Schlafen sie irgendwann ein, so werden sie bis zur Beendigung der Mittagsruhe schlafen gelassen. Aber sind sie tatsächlich müde und benötigen den Schlaf zwangsläufig? Einige von ihnen schlafen sicher gern, insofern der Körper es benötigt und sich in der Situation wohl fühlt.
Aber was, wenn die Kinder keine andere Möglichkeit der Entspannung und des Ausruhens wahrnehmen können, als still auf der Matte zu sitzen und zu warten? Sie sehen die Situation ggf. als ausweglos an und ergeben sich. „Sie werden stumm. Sie verfallen in das, was Biologen als Schutzstarre bezeichnen. Wer weder durch Kämpfen noch durch Fliehen entkommen kann, tut gut daran Energie zu sparen“ (Renz-Polster 2017, S. 4). In einer solchen Situation können sich Kinder weder entspannen, noch regenerieren. Pädagogische Fachkräfte übernehmen die Führung und entscheiden für das Kind. Die Partizipation der Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren ist nicht gegeben. Sie haben keine Wahlmöglichkeiten und haben feste Vorgaben, wie sie sich in der sogenannten Mittagsruhe zu verhalten haben.
„Der Schlaf an sich ist dabei zwar nicht zu `verordnen`, doch die Mittagsruhe ist für die allgemeine Regeneration (…) einzuhalten“ (Meding 2014, S. 104). Kann sich das Kind nicht vertrauensvoll auf die Situation einlassen,  bleibt die Frage offen, ob sich positive Effekte erzielen lassen.
Meding vertritt ferner die Idee, dass Kinder, die nach ihrer regenerativen Mittagsruhe am Abend nicht müde sind, mit einem kurzen Ritual zu einer festen Zeit ins Bett gebracht werden. „Wach im Bett zu liegen ist dabei völlig normal (…)“, so Meding. Nach einigen Tagen würden sie sich an den Rhythmus gewöhnen (vgl. Meding 2016, S. 18). Ob Kinder dies stillschweigend hinnehmen und wach im Bett ausharren, bleibt fraglich. Die Erfahrungen der Eltern zumindest weisen in eine andere Richtung.

Geborgene Ausruhzeiten sind möglich und hilfreich

Es ist ein Teufelskreis, denn müde und gestresste Kinder benötigen Phasen der Entspannung und der Ruhe. Kinder, die hingegen nachts ihren Schlafbedarf decken und ausgeglichen ohne Mittagsschlaf durch den Tag kommen, empfinden das Schlafen bzw. fest gerahmte Ruhezeiten als Zwang. Ihre Wirksamkeit wird ihnen abgesprochen, ihre Wahrnehmung der eigenen Gefühle und Bedürfnisse scheint von den Erwachsenen nicht ernst genommen. Unter Umständen leidet die Beziehung zwischen den Kindern und der pädagogischen Fachkraft unter dem erlebten Zwang stark. Einige Kinder möchten Mittagskinder sein und möglichst vor der zwanghaften Mittagsruhe abgeholt werden.
Auftrag eines jeden Kindergartens ist es, den Kindern jeden Alters entsprechend ihrer Bedürfnisse Ruhephasen zu ermöglichen. „Die Förderung in Tageseinrichtungen soll insbesondere darauf gerichtet sein, (…) das Kind dabei zu unterstützen, ein Bewusstsein vom eigenen Körper und dessen Bedürfnissen zu erwerben.“ (KitaFÖG §1 Absatz 3, Punkt 5). Diese grundlegenden Anforderungen sind somit auch gesetzlich verankert. Ein Bewusstsein des  eigenen Körpers und dessen Bedürfnissen wird durch den Zwang hingegen verwehrt und dieser wirkt sich negativ auf die Entwicklung aus. Kinder, die ihre Bedürfnisse noch nicht selbst regulieren und einschätzend können, benötigen seitens der Eltern und pädagogischen Fachkräfte Begleitung und Unterstützung. Ihre eigene Teilhabe und Selbstwirksamkeit sowie die Respektierung nach dem Autonomiewunsch sind hierbei ebenso wichtig und zu berücksichtigen.
Kitas müssen trotz personeller und räumlicher Schwierigkeiten eine individuelle Mittagsruhe für Kinder jeden Alters ermöglichen. Unter Mittagsruhe sind Ruhephasen zu verstehen, die die Kinder individuell gestalten und nutzen können. Kinder, die schlafen möchten, werden in hergerichteten Bereichen in den Schlaf individuell begleitet. Andere Kinder entspannen beim ruhigen Spiel, wie dem Puzzeln, Lesen oder Hören von Geschichten oder Entspannungsübungen. Eine Trennung der Kinder nach Altersgruppe ist bei einer positiven und ruhefördernden Umgebung kaum erforderlich. Kinder wählen die Mittagsruhe entsprechend ihrer Bedürfnisse und Wünsche nach Ruhe und Entspannung. „Wird der Mittagsschlaf zur Pflicht, ist er für die Entwicklung des Kindes nicht förderlich.“ (Naranjos Velazquez, S. 15).

Partizipation der Eltern

Eltern und pädagogische Fachkräfte müssen insbesondere bei der Mittagsruhe im partnerschaftlichen Sinne zusammenarbeiten. Die Bedürfnisse des Kindes stehen unter Berücksichtigung der Tagesstrukturen in der Kita und im Elternhaus im Fokus. Finden beide Partner innerhalb von zwei bis drei Wochen keine sinnvolle Übereinkunft, so wirkt sich der Stress dementsprechend negativ auf die Entwicklung des Kindes aus. Im Falle von Übergängen und tageweisen Schlafdefiziten ist keine Sorge geboten.
Schlafen Kinder einige Tage anders als gewöhnlich, so können sie ihre Schlafdefizite ausgleichen. Internationale Forschungsergebnisse zeigen, dass selbst ein kurzzeitiger Schlafmangel keine organischen Schäden zur Folge hat. Werden Kindergartenkinder unter der Woche vor der Beendigung des Schlafbedarfs geweckt, benötigen sie für ihre gesunde Entwicklung regelmäßige abendliche Schlafenszeiten (zwischen 19 und 20 Uhr), Möglichkeiten der Ruhe zur Mittagszeit sowie Zeit am Wochenende, um die Defizite frei auszugleichen (vgl. Naranjos Velazquez, S. 13).
In jedem Fall benötigen Kinder Menschen, die sie bedürfnisorientiert und geborgen begleiten, liebevoll in den Schlaf führen, sowie in stressigen Tagesmomenten unterstützen sich individuell zu regulieren, auszuruhen und innezuhalten. Es gilt, neuen Entwicklungsschritten mit Zuversicht und Vertrauen entgegen zu treten und diese willkommen zu heißen. Die Bedürfnisse und Wünsche des Kindes müssen anerkannt und ernst genommen werden. Zwang löst bei Kindern immer eine Form des Widerstandes aus und erzeugt Konflikte, in lauter oder leiser Weise, die auch verarbeitet werden müssen. Diese beeinträchtigen die Beziehung zwischen dem Kind und den Bezugspersonen und wirken sich störend auf die Entwicklung des Kindes aus. „Kindliches Lernen wird (…) durch positive Gefühle angetrieben, durch Wohlbefinden und innere Anteilnahme“ (Renz-Polster 2017, S. 7).

Literatur:
Kirchhoff, F.: Empfehlungen der Arbeitsgruppe Pädiatrie der Deutschen Gesellschaft für
Schlafforschung und Schlafmedizin zum Mittagsschlaf im Kindergarten. Online unter: http://www.dgsm.de/downloads/dgsm/arbeitsgruppen/paediatrie/Mittagsschlaf%20Empfehlungspapier%20final.pdf., abgerufen am 05.07.2018
KitaFÖG (2017): Gesetz zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege (Kindertagesförderungsgesetz – KitaFöG) vom 23. Juni 2005, online unter: http://gesetze.berlin.de/jportal/;jsessionid=5CCE79E3D12FDA17CD47A2B150535455.jp13?quelle=jlink&query=KitaRefG+BE&psml=bsbeprod.psml&max=true&aiz=true#jlr-KitaRefGBEV3P1, abgerufen am 23.08.2017
Kollmann, Dr. I. (2013): Hauen, beißen, sich vertragen. Umgang mit aggressivem
Verhalten 0-bis 3-Jähriger in der Kita. Berlin (1. Auflage)
Kramer, M. (2015): Schlafen in der Kinderkrippe – Pädagogische Herausforderungen einer Alltagssituation, online unter: https://www.kita-fachtexte.de/uploads/media/KiTaFT_Kramer_SchlafeninderKrippe_2015-1.pdf, abgerufen am 23.06.2018
Largo, R. (2010): Babyjahre. Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren. München
Meding, M. (2016): Schlafen und Ruhen. Ein Interview über die Bedeutung eines zentralen Entwicklungsthemas. Kindergarten heute 10_2016
Meding, M. (2014): Wenn Kinder schlafen…Zur Bedeutung des Schlafes für die vitalen, kognitiven und sozialen Prozesse bei Kindern bis zum 6. Lebensjahr. Der Versuch einer Handlungsanleitung. Magisterarbeit. Salzkotten
Naranjos Velazquez, N. (2016): Müde bin ich, geh´zur Ruh`. Kindergaren heute 10_2016
Renz-Polster, H. (2017): Kinderschlaf in Einrichtungen. Ein bedürfnisorientierter Leitfaden. Leben, Lernen und Arbeiten in der Kita 2/2017, online unter: https://www.fruehe-bildung.online/artikel.php?id=1733, abgerufen am 01.07.2018

 

Übernahme des Beitrags mit freundlicher Genehmigung von www.fruehe-bildung-online.de

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