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Kindliche Aggressionen besser verstehen

Von Kathrin

Nun, Anfang Januar 2020 gestaltete ich einen offenen Online-Workshop für alle Interessierten und teilte die Inhalte auf Facebook in der Gruppe „Bedürfnisorientiert und straffrei in Kita und Schule“ und auf Instagram bei Kindheit erleben.

Da es so wertvolle Inhalte sind, möchte ich diese hier in leichter Form allen zur Verfügung stellen! Hinterlasse mir doch einen Kommentar mit deinem Aha-Erlebnis oder einer Ergänzung! Fragen sind natürlich auch immer willkommen!

Ziel des Artikels:

  • Du vertiefst dein Hintergrundwissen
  • Du beobachtest und reflektierst im Alltag (zu Hause oder in der Kindergruppe)
  • Du hast Gelegenheit zum Austausch in der Gruppe bei FB
  • Du übst Stück für Stück einen bewussteren Umgang mit Aggressionen

Aggressionen sind eine Ausdrucksform im Kindesalter, die oft jede Menge Aufsehen erregen! Möchten wir es doch am liebsten harmonisch und ruhig. Kindergruppen, die genügsam beisammen sitzen, quietschvergnügt lachen und fröhlich ihre Spielzeuge teilen.
In der Realität passieren aber jede Menge Konflikte täglich und in Kindergruppen auf engem Raum sogar einige stündlich!

Interessiert euch das Thema? Dann nehmt euch einen Moment Zeit, ich sag euch, es ist ein Weg, der sich lohnt. Und sobald man losläuft, geht es nicht zurück.

Ich nehme euch mit diesem ersten Video mit, auf eine Reise die als Ziel hat Kinder besser zu verstehen. Besonders die schweren Situationen für euch und euer Kind in dem ihr sie und sie euch nicht verstehen können. Ich erkläre euch, dass kindliche Aggression nicht im Umkehrschluss Strafen als Lösung beinhalten, sondern verstehen und aneinander wachsen.

Vorwort:


Ich hole mein Kind von der Kita ab und es läuft mir freudestrahlend in die Arme. Da hab ich mich auch echt beeilt, damit wir einen schönen Nachmittag haben. Gerade mal sind wir 10 m von der Schule entfernt und ich spüre ein großes Gewitter. Es bricht zusammen und einfach alles ist doof, nichts geht mehr. Kein Schritt! Arrrg. Nerv. Dabei bin ich so hungrig…

Oder…

Meine Kollegin ist erkrankt und die Praktikantin kommt heute erst gegen Mittag. Nachdem ich 18 Kinder begrüßt habe und kurze Tür-und-Angel-Gespräche führte, sitze ich etwas verschwitzt im Kreis. Ein Kind nah an mir, das andere auf meinem Schoß! Wir singen gemeinsam das Begrüßungslied und plötzlich schubst Emil die kleine Lisa vom Stuhl. Sie weint! Ich bekomme Schnappatmung!

Diese Situationen erleben wir täglich – mehrfach! Dabei cool zu bleiben, ist nicht immer einfach. Was sag ich, es ist ein Kraftakt.

Ich gehe diesen Weg nun bereits circa 10 Jahre und entdecke tägliches Neues. Mein Ziel ist es, irgendwann einmal die tiefe Gelassenheit und Selbstbeherrschung zu verspüren, wenn mir Aggression und Wut begegnet. Ohne mein Wissen, meine Reflexion und meine Transformation wäre ich schon viel häufiger mit in den Gefühlswirbel geraten und hätte kopflos mit gewütet und später mit Schnappatmung mit dem Kind gemeinsam geweint! Ganz bestimmt!

Aber ich spüre Veränderung. Ich breche meine alten Muster und meine früheren Reflexe lassen nach. Puh! Geh mit mir und erfahre mehr über Aggressionen, über dich selbst und entdecke, was sich hinter deinen und den Handlungen deines/des Kindes versteckt! Es ist vielleicht nur ein kleiner Anfang, aber sicherlich ein gewinnbringender in Richtung achtsame Begleitung von Kindern und vor allem dir selbst!

Bitte trage deine E-Mail hier ein damit ich dir deinen Ratgeber zuschicken kann

𝗪𝗮𝘀 𝘀𝗶𝗻𝗱 𝗔𝗴𝗴𝗿𝗲𝘀𝘀𝗶𝗼𝗻𝗲𝗻 𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵?

Wissenschaftlich wird dieses Thema noch immer diskutiert und es gibt keinen eindeutigen Stand darüber. Die Ausläufer des Kritizismus, in dem Erwachsene Macht in der Erziehung stark ausübten, sind noch immer spürbar! Viele von uns sind selbst mit Gewalt und Einsatz von Macht aufgewachsen und tragen Impulse, diese selbst anzuwenden, in uns.

Seit 2000 haben alle ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung (§ 1631) und körperliche Bestrafung und seelische Verletzungen sowie andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.

„Besonders Menschen, die selbst in ihrer Kindheit Gewalt erfahren haben, sind gefährdeter, diese selbst auszuüben. Die frühere Erziehung war im Allgemeinen stark durch Macht der Erwachsenen gegenüber den Heranwachsenden geprägt. Auflehnung gegen die Eltern oder autoritäre Personen wurde oft bestraft. Mit dieser Form der Erziehung wurden Generationen konfrontiert und einige Opfer dieser Erziehungsform sind selbst Eltern/Großeltern oder üb(t)en soziale und pädagogische Berufe aus“ (Hohmann 2018).

Allgemein bedeutet Aggression „𝘃𝗼𝗿𝗮𝗻𝘀𝗰𝗵𝗿𝗲𝗶𝘁𝗲𝗻“ und zeigt sich als eine schöpferische Kraft sowie durch einen starken Willen, etwas zu erreichen. Sie gehört zu uns und unserem Leben dazu, wird diese aber als zielgerichtete Schädigung eingesetzt, so ist Aggression kritisch zu betrachten.

𝗔𝗨𝗙𝗚𝗔𝗕𝗘: 𝗦𝗰𝗵𝗮𝘂 𝗵𝗲𝘂𝘁𝗲 𝗺𝗮𝗹 𝗴𝗲𝗻𝗮𝘂 𝗵𝗶𝗻: 𝗯𝗲𝗴𝗲𝗴𝗻𝗲𝗻 𝗱𝗶𝗿 𝗔𝗴𝗴𝗿𝗲𝘀𝘀𝗶𝗼𝗻𝗲𝗻? 𝗜𝗻 𝘄𝗲𝗹𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗦𝗶𝘁𝘂𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝘃𝗼𝗻 𝘄𝗲𝗺? 𝗪𝗶𝗿𝘀𝘁 𝗱𝘂 𝘀𝗲𝗹𝗯𝘀𝘁 𝗮𝗴𝗴𝗿𝗲𝘀𝘀𝗶𝘃?

𝗦𝗶𝗻𝗱 𝗔𝗴𝗴𝗿𝗲𝘀𝘀𝗶𝗼𝗻𝗲𝗻 𝗻𝗼𝗿𝗺𝗮𝗹?

Oft möchten wir einfach den Ausschaltknopf finden, wobei Aggressionen so wichtig sind! Aggressionen sind Verhaltensweisen, die kulturübergreifend, alters- und geschlechtsunabhängig vorkommen. Also bei jedem und überall. Sie wird durch individuelle Erfahrungen gefördert, unterdrückt, umgeformt oder auch minimiert. Wie wir diese bewerten, hängt wiederum von unseren Erfahrungen und Einstellungen ab – ist sie eine Kompetenz im Sinne einer Strategie oder eine boshafte Handlung? Sehen wir also zwei Kinder lebhaft und laut streiten, sagt Birgit vielleicht, „Mensch, die diskutieren aber gerade, mal sehen, wie sie es lösen!“, während Susanne mit dem Kopf schüttelt und meint, „Immer müssen die zwei streiten, ich sag sofort, sie sollen damit aufhören, bevor sie sich wieder die Köpfe einschlagen.“ Achten wir nicht darauf, so bewerten wir permanent!

Sind Aggressionen normal? Im Video erläutert:

𝗞𝗼𝗺𝗺𝗲𝗻 𝗔𝗴𝗴𝗿𝗲𝘀𝘀𝗶𝗼𝗻𝗲𝗻 𝘃𝗼𝗻 𝘀𝗲𝗹𝗯𝘀𝘁?

Aggressionen werden durch bestimmte Voraussetzungen angeregt oder durch einen Reiz ausgelöst! Wir unterscheiden unter der konstruktiven und destruktiven Aggression (dazu diese Tage mehr). Also gut zu wissen, Aggressionen sind überall und normal.

AUFGABE: Schau heute mal genau hin, wenn dir Aggressionen begegnen – wie nimmst du diese wahr? Hast du den Impuls dazwischenzugehen? Und schon mal vorweg: Bei Gewalt und Gefahr müssen wir immer schützend eingreifen und stoppen und die Situation begleiten (Wie? Das erfahrt ihr bald)

Wichtig ist es bei Aggressionen unter der konstruktiven und destruktiven zu unterscheiden. Heute soll es um die konstruktive Form gehen.

Die konstruktive Aggression

Hier gibt es zwei Arten: die Abneigung und die Selbstbehauptung.

  1. Reagiert ein Kind aggressiv aufgrund von Abneigung, so ging dieser Aggression ein Auslöser oder eine Bedrohung vorweg. Sie entsteht nicht von selbst und verschwindet, sobald die Bedrohung vorüber ist (vgl. Dornes 2013). Beispielsweise wenn ein Kind sich bedrängt fühlt, erkämpft es sich durch ein Schubsen wieder innere Sicherheit.
  2. Dem gegenüber steht die Selbstbehauptung. Diese entsteht von allein, z.B. durch eine starke Neugierde an einem Objekt. Im Gegensatz zur Abneigung, wird die Selbstbehauptung von einem sehr angenehmen Gefühl begleitet. Beide Varianten werden aber gern vertauscht, da die Aktivitäten von Kindern sowohl explorativ wie auch aggressiv sein können. Klingt erst einmal kompliziert, oder?

Das folgende Beispiel soll es verdeutlichen und ja, tatsächlich ist die Unterscheidung auch nicht immer einfach!

Ein Baby halt einen Metalllöffel in der Hand und erkundet mit diesem einen Glastisch und haut erfreut darauf herum. Das Baby wird nach kurzer Zeit unterbrochen. Es war so erfreut, über das Geräusch, dass es die Unterbrechung in ihm große Frustration ausgelöst hat.

Dieser Ärger kann überaus sinnvoll sein, denn er zeigt die Selbstbehauptungskraft des Kindes und hilft ihm Hindernisse zu überwinden. Problematisch wird es, wenn die Selbstbehauptungskraft des Kindes öfter behindert wird, denn diese ist für eine gesunde und selbstbewusste Entwicklung überaus wichtig.

Der Erwachsene kann also einen weicheren Gegenstand anbieten, damit es weiter explorieren kann („Der Tisch kann kaputt gehen, schau, nimm den Topf.“ Oder „Oh besser ich gebe dir diesen Löffel. Hach, das klingt nun etwas anders, oder?“)

Oder er bedroht, schimpft, wodurch sich aber selbstschützende Aggressionen entwickeln („Hör auf! Ich hab dir nun schon 3 Mal gesagt, dass der Tisch kaputt gehen kann!“)

Werden Kinder in ihrer Selbstbehauptungskraft unterbrochen oder eingeschränkt, kann dadurch eine ernsthafte Aggressionen entstehen. Es kann nur erschwert lernen, wie es sich angemessen durchsetzt, ohne gleichzeitig Ärger zu verspüren (Dornes 2013).

AUFGABE: Heute möchte ich, dass du Situationen beobachtest und schaust, ob du starke Gefühle aufgrund von Abneigung (z.B. durch eine Bedrohung) wahrnehmen kannst oder vielleicht eine unterbrochene Neugier- oder Explorationslust? Wie äußert das Kind diese? Kannst du sie klar voneinander unterscheiden?

Die destruktive Aggression

Als destruktive Aggression bezeichnet man Verhaltensweisen, die ihre kommunikative Form verloren hat. Sie wird in Form von Gewalt an anderen Menschen, Lebewesen oder deren Besitz ausgelassen. Hierbei ist es aber schwer im Kindesalter von destruktiver Aggression zu sprechen, da Kinder erst im Laufe der Jahre lernen, ihre Bedürfnisse zu erkennen und gesellschaftskonform auszudrücken. Reagieren sie also aus unserer Sicht aggressiv, ist dies sehr häufig im Rahmen ihrer Kommunikation angemessen.

Elise sitzt in der Kita auf dem Boden, sie spielt mit einem Baustein und ist überaus interessiert. Plötzlich kommt Felix. Sie fühlt den größeren Jungen als Bedrohung und als sie sieht, wie er ihr den Baustein entwenden möchte, beißt sie ihn schnell.

Ist das eine Aggression? Destruktiv? Konstruktiv? Oder gar berechnend und boshaft?

Elise benötigt Raum, um ihre Erkundungslust störungsfrei auszuleben. Wird die unterbrochen oder gestört, reagiert sie und verteidigt ihre Bedürfnisse deutlich. Da sie sich noch nicht fortbewegen kann, wählt sie diese Form des „Zubeißens“.

Kinder und in diesem Fall Elise, sind auf Erwachsene angewiesen, die mit ihnen feinfühlig, offen und wertfrei in einen kommunikativen Prozess treten und die kindlichen Bedürfnisse und Gefühle übersetzen.  Im Kindesalter geht es bei aggressivem Handeln immer um eine Verteidigung und wird nie boshaft eingesetzt.

Bei der destruktiven Aggression liegen häufig Bewertungen vor. Sehen wir also nur diesen kleinen Ausschnitt – ein Kind beißt ein anderes – dann hören wir schnell Wörter wie „Täter“ und „Opfer“ oder „XY hat angefangen!“ Sehen wir eine Verhaltensweise als störend und gewaltvoll an? Dies ist immer durch unsere Erfahrungen und  Sichtweise geprägt. Kinder müssen mit Unterstützung der Erwachsenen erst lernen, ihre Gefühle/Bedürfnisse in eine kommunikative Form zu verwandeln. In dieser Zeit benötigen sie eine engmaschige Begleitung.

AUFGABE: Spüre heute mal in dich und beobachte, wenn du aufbrausend wirst. Ertappst du dich selbst dabei in einer „destruktiven“ Form mit jemandem oder etwas umzugehen?

Anbei habe ich noch ein kleines Video von Gerald Hüther für euch mit dem Titel „Wann und wie das Böse entsteht“

Das Kind kooperiert immer, außer…

Aber was, wenn wir auf die Aggression und Wut des Kindes selbst aggressiv reagieren?

Oft passiert das leichter, wenn wir selbst unter Stress oder Druck stehen, Schlafmangel erleiden, frustriert, überreizt und/oder überfordert sind. Dann neigen wir schneller zu Gewalt (ähnlich wie Kinder auch).

Wir verlieren unter Umständen die Kontrolle. Daran müssen WIR arbeiten! Daher ist es immer ratsam sowohl beim Gegenüber wie auch bei uns zu schauen. Geht es uns gut? Sind unsere Bedürfnisse erfüllt?

Aber nun noch mal zurück. Das Kind sagt NEIN und kooperiert nicht, was ist da los?

Kinder kooperieren immer, außer…

  • sie haben andere Bedürfnisse (z.B. Spielen statt aufräumen),
  • sie wollen von uns verstanden werden (sie möchten, dass wir uns in ihre Lage hineinversetzen),
  • sie wollen dass wir ihre Signale wahrnehmen und verstehen (zu schnell, zu stressig),
  • sie sind zu klein/zu jung für unsere Forderungen,
  • sie wollen Kontakt zu uns (wir haben oft Ziele z.B. Einkaufen im Sinn und verlieren selbst den Kontakt),
  • sie haben Stress, d.h. sie können gar nicht kooperieren, weil das Bedürfnis den Stress loszuwerden Vorrang hat!

AUFGABE: Schau heute, ob du selbst Ursachen für ein klares NEIN eines Kindes erkennen kannst. Ging einer kindlichen Aggression dieses Nein vorweg und wurde vielleicht nicht gehört, sodass das Kind stärker darauf aufmerksam macht? Merke: Sie entsteht nicht grundlos und plötzlich! Was kannst du beobachten? Was löst dieses NEIN in dir aus?

Kinder kooperieren immer – im Video erläutert:

Aber das Kind kann doch nicht machen, was es will…

„Aber das Kind kann doch nicht machen, was es will und immer Nein sagen, wir leben doch in einer Gesellschaft und auch ich muss jeden Morgen aufstehen und zur Arbeit! Und im Kindergarten gibt es noch andere Kinder, da muss es sich doch benehmen.“

Erinnert ihr euch? Haben wir solche Sätze als Kinder nicht oft gehört. Früher, als Kinder noch funktionieren mussten. Oder denkst du vielleicht gerade, „naja, aber es ist doch so, das Leben ist doch kein Ponyhof“.

***kurze DENKPAUSE***

Ist es nicht immer davon abhängig, wie wir die Welt sehen und wie wir unseren Alltag gestalten? Und ist es nicht wichtig, genau in diesen Austausch zu gehen, was muss sein und was sind alte, olle Glaubenssätze, die wir so mit uns herumschleppen. Fakt ist, ein Kind befindet sich in ENTWICKLUNG! Es ist zudem INDIVIDUELL und nicht mit dem aus der Nachbargruppe oder der Freundin im gleichen Alter zu vergleichen. Auch nicht mit dem Geschwisterkind im selben Alter! Es ist unsere Aufgabe zu schauen, was wir erwarten und ob diese Erwartung realistisch ist! Ein Kind zeigt in der Regel immer sein bestmögliches Verhalten!

Ein starkes Kind, welches sich traut seine eigenen Grenzen aufzuzeigen, entwickelt ein starkes Ich und erfährt Selbstwirksamkeit. Am besten kann es diese mit uns Eltern oder pädagogischen Fachkräften trainieren, in einer vertrauensvollen Umgebung und Beziehung.

Ein Nein zu etwas bedeutet immer auch ein Ja zu etwas anderem. Darf das Kind ohne Angst vor Ablehnung den Kuss der Oma ablehnen, so schützt es gleichzeitig die eigene Integrität und die eigenen Grenzen, insofern es momentan diese Nähe nicht möchte. Spätestens, wenn ein Kind älter ist und die ersten Male mit den Freunden/Peers ohne uns unterwegs ist, beten wir, dass es Nein sagen kann, zu einem Kuss, den es nicht möchte oder anderen Körperlichkeiten, für die es nicht bereit ist.

Also geben wir unseren Kindern, zuhause und in pädagogischen Einrichtungen Raum und unsere Akzeptanz dieses Nein zu üben und auszuhalten! Ist dieses Nein schwerwiegender und vielleicht durch Aggressionen begleitet, ist es unsere Aufgabe dem Kind bei der Übersetzung zu helfen, statt es dafür zu beschämen.

AUFGABE: Welche Erwartungen hast du an das Kind? Benutzt du öfters Sätze wie: „Du bist doch schon groß!“, oder „Das müsstest du doch schon können!“. Schau bei einem Nein des Kindes genau hin inwiefern du dich auf das Kind einstellen kannst. Bist du gerade zu schnell, deine Erwartungen zu groß oder eure Interessen gerade völlig andere?

Gefühle und Bedürfnisse

Vorab, zur Erinnerung: um Bedürfnisse und Gefühle zu unterscheiden, könnt ihr euch merken!

MERKE: Gefühle drücken sich mit „Ich bin ….“ aus und Bedürfnisse mit „Ich brauche …“. Also, ihr spürt ein Gefühl, welches auf ein erfülltes oder unerfülltes Bedürfnis hinweist!

Wie würdet ihr mit der Situation umgehen? Kennt ihr diese Situation?

„Emil möchte im Morgenkreis immer auf meinem Schoß sitzen, dabei hat der Tag gerade erst angefangen. Aber wo kommen wir denn dahin, wenn ich das zulasse, dann wollen alle Kinder zu mir und ich komme zu nichts mehr. Ich setzte ihn dann aber auf einen Stuhl, dort beginnt er zu wackeln, bis er umfällt. Das nervt total. Ich bitte ihn freundlich stillzuhalten und wenn er das nicht schafft, muss er in der Garderobe bis nach dem Morgenkreis warten.“

Iris, Erzieherin

„Aggressives Verhalten beginnt, wenn der ruhige Fluss der Interaktionen blockiert ist und einer Person in einer bedeutenden Beziehung plötzlich die Erfahrung, für das gegenüber wertvoll zu sein, abhandenkommt“ (Juul 2014).

Emil, aus unserem Beispiel scheint nach Sicherheit und Nähe zu ringen und benötigt diese, um gestärkt in den Tag zu gelangen. Lehnen wir dieses Bedürfnis ab, beginnt er zu stören und auf sich aufmerksam zu machen – ein unangenehmer Kreislauf beginnt, zu dem es nicht kommen braucht!

Insbesondere Kinder sind von der Wertschätzung und Anerkennung der Erwachsenen, in erster Linie ihrer Eltern und nahen PädagogInnen abhängig. Sie streben nach der Erfüllung ihrer Bedürfnis und dies erzeugt eine Ausschüttung von Dopamin und Oxytocin und macht sie glücklich. Bei Missachtung stockt die Ausschüttung und dies macht unglücklich. Diese Erkenntnisse lassen sich auf den Alltag mit Kindern zuhause und in öffentlichen sozialen Einrichtungen (z.B. Kitas) übertragen. Besonders in der Krippe spielt die Erfüllung der Schlüsselsituationen (Essen, Schlafen, Sicherheit, Vertrauen etc.) ein enorme Rolle für eine gesunde Entwicklung.

Fallen Kinder durch ihr Verhalten auf (laut, störend, leise), sind darauf angewiesen, dass sie ernst genommen werden und Unterstützung erhalten. Nicht selten machen sich die auffälligen Kinder bei anderen Kindern und Erwachsenen unbeliebt und geraten durch Ablehnung in einen Kreislauf. Sie stören und erfahren Ablehnung und fühlen, dass sie nicht okay sind und so weiter. Besonders diese Kinder benötigen eine innere Haltung der Wertschätzung, denn sie spüren, ob ein Erwachsener Annahme empfindet und das Kind ernst nimmt (vgl. Marx 2012)

Folgendes Zitat spiegelt die tragende Bedeutung der PädagogInnen wieder und wie sie zu einer gesunden Entwicklung und Stärkung der Kinder in Kitas beitragen können:

Wer gelernt hat, mit sich selbst liebevoll und pfleglich umzugehen, hat gleichzeitig gelernt, wie er/sie das auch mit anderen Menschen tun kann. Insofern fördert der sensible Umgang der Erwachsenen mit Kindern in den Alltagssituationen nicht nur deren Selbstkompetenzen, sondern in hohem Maße auch ihre sozialen Kompetenzen. Die Kinder können durch die Rhythmisierung des Alltags durch die Schlüsselsituationen Verlässlichkeit erfahren und gewinnen somit Sicherheit und Vertrauen. Eine Flexibilisierung im Umgang mit den Alltagssituationen, die sich an den individuellen Bedürfnissen eines jeden Kindes orientiert, ermöglicht den Kindern die Erfahrung, gesehen und wahrgenommen zu werden. Kinder, die wahrgenommen und gesehen werden, lernen andere Menschen zu sehen und wahrzunehmen“. (Dieken/Dieken 2014)

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Kann der Raum Aggressionen hervorrufen?

Tatsächlich hat die Umgebung einen Einfluss auf den Aggressionspegel einer Kita und große Kindergruppen, die viel Zeit zusammen in einem Raum verbringen, tragen zur Aggressionsbereitschaft bei.

Haben die Kinder immer wieder die Möglichkeit in wechselnden Kleingruppen unterschiedliche Angebote/Spiele mit verschiedenen Ansprüchen zu wählen und können sie sich freiwillig dafür entscheiden, sinkt die Konflikthäufigkeit (Haug-Schnabel, 2011).

Kinder benötigen immer wieder Phasen der Anspannung und Entspannung, Bewegung und Ruhe. Können sie entsprechend ihrer Bedürfnisse diesen nicht nachgehen, schaukelt sich die Situation gern hoch. Einige Kinder sind förmlich überreizt und ihr Fass läuft über.

Sie verlieren schneller den Kontakt zu sich und ihre Impulskontrolle ist total geschwächt. Lärm begünstigt das sehr.

Besonders kleine Kinder sind förmlich darauf angewiesen, dass wir ihnen bei ihrer Regulierung helfen und den Raum und die Umgebung anpassen. Eine JA-Umgebung minimiert Stress und Konflikte.

Ein weiterer wichtiger Punkt in denen Aggressionen leichter ausbrechen, sind die Mikrotransitionen. Die kleinen Übergänge am Tag, die die Kinder oft viel Kraft kosten und die sanft begleitet werden sollten (Empfehlung: Gutknecht & Kramer „Mikrotransitionen“).

Und bei all dem ist es ebenso wichtig an die pädagogischen Fachkräfte zu denken, denn auch sie werden müde und schnell gereizt, wenn sie längere Zeit in einem lauten und engen Raum verbringen. Die eigenen Frustrationstoleranz und Feinfühligkeit wird geschwächt, dies wirkt sich ebenso störend auf die Konfliktbegleitung aus.

Das kindliche Gehirn funktioniert anders

„Immer wenn Lisa etwas nicht bekommt, flippt sie völlig aus. Darf sie in der Reihe nicht die erste sein, dann schreit sie, als wäre etwas Schlimmes passiert. Ich lasse sie dann sitzen, damit sie keine zusätzliche Aufmerksamkeit erhält und lernt das auszuhalten. Ich glaube, zu Hause ist sie das ´Nesthäckchen´ und darf alles.“

Doreen, Erzieherin

Kleinkinder reagieren überwiegend emotional und besonders bei einer „Bedrohung, einem Verbot“ schaltet sich das kognitive Gehirn binnen von kürzester Zeit aus. Doof, denn dieses ist für das Sprechen, Nachdenken und Ruhe bewahren zuständig. Ist es aus, was dann? Dann ist auch der präfrontale Kortex quasi auf Eis gelegt und dieser hilft dem Kind die aggressiven Impulse zu beherrschen und zurückzuhalten. Nun schläft er binnen Millisekunden ein und das emotionale Gehirn ist in vollem Gange.

Abhängig vom Temperament, Charakter etc. lernen wir die emotionalen Ausbrüche kennen. Das Kind kann seinen inneren Stress nicht allein regulieren und befindet sich in Not. Und tatsächlich, es ist also etwas „Schlimmes“ passiert – auch wenn es für uns nur eine Kleinigkeit darstellt und manchmal selbst total nervt. Nun müssen wir aufpassen, dass sich aufgrund des Stresses nicht unser Präfrontaler Kortex ausschaltet und wir uns tobend neben das Kind begeben.

Sagt euch in so einer Situation immer: Es möchte mich nicht ärgern, es kann gerade nicht anders und benötigt mich, um sich wieder zu beruhigen.

Und warum reagiert es nicht, wenn du mit dem Kind sprichst? Auf das Sprachareal im Gehirn kann manchmal nicht zugegriffen werden. Was aber helfen kann, ist das Bindungshormon Oxytocin – Sicherheit ausstrahlen, vielleicht Körperkontakt, eine entsprechende Mimik und Gestik, ein stimmiger Tonfall. Kinder lernen erst mit der Zeit sich selbst zu regulieren! Da hilft oft für uns nur tief zu atmen und Ruhe zu bewahren, manchmal auch singen. Aber schimpfen und drohen? Nie! Sei denn wir möchten Angst aufbauen.

Euch interessiert wie das im Gehirn so aussieht, auch bei uns? Schaut mal das Video an, hier ist es super erklärt:

Das Stressfass

„Endlich Freitag! Am Ende der Woche merke ich oft, dass die Kinder dünnhäutiger werden und ab mittags die Konflikte zunehmen. Am Vormittag gehen wir auch in die kleine Turnhalle und oft gibt es viel Weinerei. Manchmal kann ich nicht mehr und werde selbst laut und besonders am Freitag schimpfe ich viel mehr als sonst, ich mag mich dann selbst nicht.“ Elisa, Erzieherin

Elisa, Erzieherin

Schauen wir uns das ganze mal beim Kind an. Besonders am Ende der Woche ist das bildliche Fass schon recht voll.

Versetzen wir uns in die Rolle von Carla: sie ist früh aufgestanden, ihr Lieblingsshirt war noch nass und es hat ein anderes kratziges Shirt anziehen sollen und ihr Zopf war komisch, das störte sie, Papa macht das anders als Mama. Nun ging es schnell zur Kita, etwas mit Stress und Hektik, denn der Vater hatte einen frühen Termin. Im Auto stellten sie dann fest, dass sie die Brotdose zu Hause vergessen haben und nun ist auch noch die Bezugserzieherin Marlene krank. Alles war irgendwie so schnell heute. Im Schlafraum kam es ohne Marlene nicht zur Ruhe und nun ist sie einfach nur müde, hat oft heute warten müssen, im Bad, in der Garderobe, beim Basteln – es ist laut und einfach alles irgendwie doof. Auch die anderen Kinder sind quengelig und Elisa musste schon dreimal schimpfen, weil die Kinder sich streiten und so laut sind. Aber Carla wartet ab und freut sich auf ihre Mama. Als sie sie endlich mit ihrem kleinen Bruder abholt, freut sie sich. Aber schon auf dem Nachhauseweg beginnt sie zu jammern, bleibt ständig stehen und als die Mutter sie immer wieder ermahnt doch zu kommen, beginnt sie ihren kleinen Bruder zu hauen.

Das Fass von Carla ist randvoll. Sie hat ausgehalten, in der Kita kooperiert, sich angepasst und nun ist sie sicher – bei Mama! Sie lässt in sicherer Umgebung ihren Gefühlen freien Lauf. Sie kann nicht mehr, ist gestresst. Carla entlädt den Stress. Und als ihre Mama nicht reagierte, ließ sie es am Bruder ab. Dann gab es Ärger! Carla weinte bitterlich und nach dem all die Anspannung und der Stress raus konnte und ihre Mama sie in Ruhe tröstete, konnte sie wieder tief durchatmen und ihr bildliches Stressfass war geleert!

Verstehen und deuten Erwachsene den Stress richtig und begleiten das Gewitter des Kindes liebevoll – so wird die Beziehung gestärkt!

Ja, das kann ein typischer Freitag sein! Beim Kind und auch bei uns Erwachsenen. Auch uns tut Stress nicht gut und wir können nicht mehr gut empathisch reagieren! Geht es dir manchmal so? Dann halte inne, schau auf dich und sei achtsam mit DIR!

Liebe wird mehr, wenn man sie teilt. Aber wie ist das mit der Wut? Schaut mal in dem Video und lasst mich wissen, wie es euch geht!

Ziehen wir uns Wut-Zwerge heran?

Es gibt Sorge, dass wir kleine Wutzwerge heranziehen, wenn wir die Bedürfnisse der Kinder und unsere in den Vordergrund stellen? Bestimmt hast du dich darum auch schon einmal gesorgt, als (d)ein Kind wütend, schreien, „trotzend“ auf dem Boden lag und einfach kein Kompromiss möglich war, dass es mit mehr Strenge und Konsequenz viel leichter wäre.
Oder? Also Hand aufs Herz, mir geht es manchmal so. Aber ich weiß ganz klar, dass Strafen und Machtmissbrauch alles nur schlimmer machen und das Kind vor mir Angst haben würde. Und möchte ich, dass es auf mich hört, weil es Angst hat?

NEIN! Es ist nicht einfach und manchmal dauert es auch lange, bis wir so als Familie oder in der Kindergruppe eine Einigung erfahren. Und ich persönlich bin eher der Typ ungeduldig und harmonieliebend. Aber meine feste Überzeugung sagt mir, es gibt nur diesen Weg, in dem wir uns alle sehen, hören, fühlen, nicht strafen, beschämen oder gar ausgrenzen.

Es gelingt mir nicht immer, aber in der Regel schon ganz gut. Harmonisch und leise ist es aber nicht… manchmal ist eher das Gegenteil der Fall und das ist normal, das ist okay! Gern möchte ich noch einmal Haug-Schnabel zitieren:

„Kinder aus Familien, in denen die Befriedigung der kindlichen Bedürfnisse nicht im Vordergrund der elterlichen Interessen steht und deren Äußerungen vehement unterdrückt werden, reagieren häufig und oft auch unerwartet stark aggressiv. […] Das ererbte Temperament eines Kindes, z. B. seine hitzköpfige Veranlagung, machen nur einen kleinen Teil der Zutaten zur Aggressivität aus. Denn wie schnell ein Kind wütend wird, und was es dann macht, hängt zwar mit seiner Temperamentsausstattung zusammen, doch sind die Reaktionen der Umwelt auf seine Gefühle und deren Ausleben wie auch tägliche Vorbilder mindestens ebenso einflussreich“

Haug-Schnabel, 2011, S. 50
  • Und ja, auch Kinder, die gehört werden, sind manchmal aggressiv – hauen, beißen, schubsen, schreien
  • das Temperament spielt eine entscheidende Rolle, während manche eher ausgeglichen sind, zeigen sich andere sehr intensiv und impulsiv
  • wie wir auf Kinder reagieren, beeinflusst ihr Verhalten aber noch mehr
  • Es gilt Ruhe zu bewahren, Kinder nicht zu vergleichen und Konflikte aushalten zu lernen!

Ziehen wir uns Tyrannen heran? Ich erläutere im Video:

Konfliktauslöser

Konflikte gehören zum Leben und der Umgang mit ihnen stellt nicht nur für die Kinder, auch oft für Erwachsene und pädagogische Fachkräfte eine große Herausforderung dar.

Problematisch ist im Grunde nie der Konflikt an sich, sondern vielmehr unser Umgang mit ihm. Positiv betrachtet bergen Konflikte ein hohes Lernpotenzial, sowohl für die einzelnen Kinder als auch für die gesamte Gruppe. Durch Konfrontationen lernen Kinder andere Sichtweisen kennen, erfahren prosoziales Verhalten und lernen soziale Werte aufzubauen

Und nun erinnern wir uns daran, AGGRESSIONEN HABEN IMMER EINE URSACHE ODER EINEN AUSLÖSER!

Welche gibt es?

  • Verteidigung der eigenen Person und des Besitzes:
    Kind wird ein Spielzeug entwendet, beim Wiederholen wurde ihm wehgetan, nun holt es aus Wut und Schmerz zum Schlag aus
  • Aggression in ausweglosen Situationen/aus Angst:
    ein Kind wird beim Spielen und Toben in die Ecke gedrängt und bekommt immer mehr Angst und haut nun aus Panik auf das am nächsten stehende Kind
  • Aggressive soziale Exploration:
    Kind versucht gegen Widerstände aggressiv anzugehen, um zu erfahren, wo sein Wille durchsetzbar ist und wo sich unüberwindbare Grenzen befinden,
    wird auf diesen Konflikt nicht eingegangen, kommt es zu stärkeren Provokationen, da das Kind auf Antwort „wartet“ – wichtiger Teil des sozialen Lernens
  • Rangstufenkampf:
    Kinder im Kindergarten befinden sich dauernd in einer Gruppe, Hierarchien und Rollen werden ausgehandelt,
    Provokation eines Kindes lässt die Stärke des Gegenübers erfahren und die eigene Stellung in der Gruppenhierarchie realistisch abschätzen
  • Aggression aus Frustration:
    ein Kind was in einer Situation zurückstecken musste, teilt ggf. an einer späteren Stelle aus,
    Frustration entsteht bei einer Ablehnung oder unerfülltem Wunsch, unbefriedigtem Bedürfnis
  • nachgeahmte/gelernte Aggression:
    fragt ein Kind beispielsweise immer freundlich nach einer Schaufel ohne diese zu erhalten und beobachtet, dass ein anderes Kind durch Wegnehmen diese erhält,
    so liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, dass das Kind dieses Verhalten des Wegnehmens imitiert, wenn es so erfolgreicher ist
  • Gruppenaggression:
    schon Kleinkinder fühlen sich in einer Gruppe stärker und greifen vereint sicherer an, „im Rausch der Gruppe“ schwindet die Verantwortung,
    Dynamik muss gestoppt und einzelne auf Tun und Folgen hingewiesen werden
  • Spielerische Aggression:
    Lachen die Kinder, dann ist es Spiel, zwar recht kämpferisch und nicht Ärger oder Wut sind Ursache, sondern die Spielbegeisterung

Quellen: Marx, A./Focali, E./Haug-Schnabel, G.

Ursachen von Aggressionen im Video erklärt:

Umgang mit Konflikten

„Hört endlich auf zu streiten! Ich möchte, dass nun Ruhe ist!“
„Tim, gib das Auto zurück, man muss doch teilen!“
„Erika, du warst nun lange auf der Schaukel, steig ab, nun ist Charlotte dran.“
„Immer dieses Streiten, ich möchte, dass wir uns alle verstehen und lieb haben!“

Wie Menschen mit Situationen umgehen, ist sehr stark von der eigenen Erfahrung abhängig! Wie wir Konfliktbewältigung in der Kindheit erlebt haben, prägt maßgeblich, daher ist es gut hin und wieder unsere eigenen Einstellungen zu Konflikten und unsere Konfliktmuster zu reflektieren.

Folgende Fragen können dafür hilfreich sein:

  • Wie bewerte ich Konflikte grundsätzlich?
  • In welchen Situationen reagiere ich angespannt?
  • Wie reagiere ich meistens auf Konflikte?
  • Warum reagiere ich in dieser Situation so?
  • Wie sieht für mich eine gute Konfliktlösung aus?
  • Welcher Konflikttyp bin ich?

Wer bist du in Konflikten?

Konflikttypen nach Satir

Ein Mensch, der eher kämpft, flieht, der an Lösungen und Aushandlungen interessiert ist oder jemand der eher den Konflikt vermeidet und sich unterwirft?

Ja, da musst du bestimmt kurz überlegen. Warum ist das aber so wichtig zu wissen?

Das zu wissen hilft im Konfliktfall die eigenen Reaktionen und das eigene Verhalten zu analysieren. Möchte ich Konflikte im Kein ersticken? Oder freue ich mich über einen Konflikt und klatsche vergnügt in die Hände?

Natürlich spielt auch die Kultur, unsere Persönlichkeit eine Rolle, ABER eben auch die VORBILDER AUS DER FAMILIE, KITA UND SCHULE!

Sowohl im Kindesalter, wie auch später im Erwachsenenalter, wird der Umgang mit Konflikten genau beobachtet und beeinflusst in gewisser Weise die Konfliktfähigkeit eines jeden Menschen (Kelch, 2009;  Focali, 2011)

Formen von Aggressionen

Wir wissen noch nicht genug! Also ab geht’s zu den Formen von Aggressionen.
Aggression kann leise, laut, sichtbar, unsichtbar, körperlich, verbal, nach außen, nach innen, direkt oder indirekt sein. Schaut hin!

Birgit wickelt Lukas, sie hat wenig Zeit und ist heute zur Unterstützung in der Krippe. Normalerweise ist sie bei den „Großen“ und wenn sie ehrlich ist, sie mag wickeln nicht. Nun muss es aber sein und sie geht mit Lukas auf dem Arm ins Bad. „Lukas, du stinkst! Es wird Zeit, dass du auf die Toilette gehst, wie die Großen!“. Lukas ist noch weit davon entfernt, er läuft gerade seit 3 Monaten. Er ist auf die Hilfe und Pflege angewiesen. Als Lukas auf dem Wickeltisch liegt und Birgit die Windel öffnet, rollt sie die Augen. „Oh, nun müssen wir uns beeilen und deinen Stinker entfernen!“

Birgit, Erzieherin

Was meint ihr? Ist das eine Form der Aggression? Wo findet ihr unser Beispiel von Birgit und Lukas?

FORMEN VON AGGRESSIONEN nach Haug-Schnabel

Die physische Aggression:

  • bei der physischen Aggression kommt der Körper zum Einsatz (hauen, beißen, schubsen)

Die verbale Aggression

  • die verbale Aggression ist in der Kita am häufigsten vorzufinden
  • hierbei wird das Gegenüber mit Worten konfrontiert und soll damit gestoppt oder begrenzt werden

Die indirekte und stille Aggression

  • die Konfrontation zeigt sich durch das Ignorieren und Ausgrenzen des Gegenübers aus einer Kommunikation, durch Schweigen,
  • öfter, wenn die verbalen und körperlichen Aggressionen unterbunden werden

Die relationale Aggression

  • bei der relationalen Aggression wird das Opfer gezielt durch vernichtende Aussagen ausgegrenzt
  • „Ich lade dich nicht zu mir ein!“, erzeugt Verlust sozialer Beziehungen und wird als Druckmittel eingesetzt
  • aber auch schlecht über einen anderen zu sprechen oder eine genervte oder abfällige Mimik und Gestik einzusetzen, sind Zeichen der relationalen Aggression

Huch, denkst du vielleicht! Ja, zu Recht! Denn auch eine abfällige Mimik und eine Reaktion wie „Ui, wie eklig, du hast ja viel Kacka“ geht in diese Richtung! Kinder schauen uns zu und ahmen nach! Diese Aussprache entwürdigt sie und dabei sind sie auf uns angewiesen und von uns abhängig und ihr Körpergefühl wird gestört!

Aber ich muss dem Kind doch beibringen, wie es läuft….

„Und nun zweifelst du, ob es das sein kann? „Einfach da sein, begleiten, miteinander im Austausch sein und das war´s? Aber ich muss dem Kind doch beibringen, wie es in der Welt läuft!“

Ja, genau, daher ja. Du zeigst deinem Kind und der Kindergruppe ja genau das. So läuft es. Wir alle sind Menschen mit Wünschen, Bedürfnissen. Leben in einer Gesellschaft und müssen immer mal wieder sehen, wie es hier und da funktioniert. Es gibt mal Streit, mal Konflikte, mal läuft alles harmonisch ab. Und das alles erleben wir zusammen. Miteinander. Und jeder wird gehört. Es kann nicht jeder machen wie er will, manchmal ja, aber oft nicht. Aber wir hören und sehen einander und schauen wie wir gemeinsam auf einen Nenner kommen oder Kompromisse finden.

Ohne ein, du MUSST und WENN du nicht, DANN. Ohne eine Ausgrenzung. Ohne ein Auflehnen. Aber ja, auch mal mit einem kurzen Geduldsfaden, mal mit mehr Humor, mal mit schlechter Laune. Das ist normal, weil wir Menschen sind. Weil wir alle gute und nicht so gute Tage haben, müde sind. Und ja, in der Kita darf es auch mal lauter sein und mal etwas ruckeln. Das ist okay. Wir müssen nicht immer alles wissen, wir können nicht jeden Konflikt zur Freude aller lösen und wir werden die Kinder und uns nicht vor jedem Schmerz oder jeder Frustration schützen können. NEIN! Aber wir können diese Zeiten zusammen erleben. Mal lachend, mal weinend, mal schweigend… Das ist alles okay und gut so. Nur verurteilen und beschämen wir nicht, weder ein Kind, noch den Partner und auch nicht UNS! Denn wir sind wichtig! Du bist wichtig! Schön, dass du hier bist!

Und warum all das so wichtig ist, zeigt folgendes ARTE Video zur häuslichen Gewalt! Achtung, der Inhalt ist intensiv und geht unter die Haut!

LINK: https://www.spiegel.de/video/re-gewalt-gegen-kinder-wenn-eltern-zu-taetern-werden-video-99014706.html ODER KLICKE HIER!

Die Rolle der pädagogischen Fachkraft

Die pädagogische Fachkraft hat den größten Einfluss auf die Regulation der Aggressionen in der Kita und ihre pädagogischen Kompetenzen sind ausschlaggebend.

Verschiedene Studien haben bewiesen, „[…] dass eine positiv gestimmte, heitere, präsente, sensible und antwortbereite ErzieherIn nicht nur großen Einfluss auf die kognitive und sprachliche Entwicklung eines Kindes hat, sondern auch auf seine Kontaktaufnahme und seinen Umgang mit den Kindern“ (Haug-Schnabel 2011).

  • Mit der Hilfe der PädagogIn erlangt das Kind gute Kontakte mit anderen Kindern und begleitet diese bewusst. Durch diese Begleitung wird das Gruppengefüge gestärkt und gestützt und die negativen Kontakte verringern sich.
  • PädagogInnen haben hohe Anforderungen zu erfüllen. Damit dies möglich ist, müssen wichtige Qualitätsstandards erfüllt und sollten nicht verhandelbar sein: Personalschlüssel, Gruppengröße, die Art der Ausbildung der PädagogIn, die verlässliche Betreuungs­beständigkeit, Zusammensetzung der Kindergruppe.
  • Störend wirken unstrukturierte Tagesabläufe, Unregelmäßigkeiten durch die begleiteten PädagogInnen, unorganisierte Schichtwechsel ohne klare Übergaben sowie geringe individuelle Kontakte zwischen Kindern und PädagogInnen (vgl. ebd.).

So kannst du auf Aggressionen am Besten reagieren

Und nun in Kürze, wie ihr Situationen gut begleiten könnt! Habt ihr Ergänzungen? Dann teilt sie in den Kommentaren!

1. SITUATION EINSCHÄTZEN:

  • Frage: Ist ein Eingreifen nötig? Ist die Situation konstruktiv oder eskaliert sie?
  • Bei schädigendem Verhalten muss immer eingegriffen werden!
  • lassen sich zwei Bedürfnisse nicht vereinbaren, ist eine Rückmeldung eines Erwachsenen nötig

2. SITUATION BEGLEITEN

  • die Situation möglichst objektiv beobachten und schauen, was ist passiert? Was braucht das Kind und welches Bedürfnis scheint gerade verletzt?
  • oft hilft es Kindern enorm, wenn sie sich verstanden und abgeholt fühlen und durch ein Sprachrohr wertfrei übersetzt werden:

    „Ich sehe du bist ganz aufgebracht und wütend. Brauchst du etwas mehr Platz und möchtest deine Ruhe haben?“
  • dem Kind mit Offenheit begegnen: „Ich bin für dich da und möchte verstehen, was du brauchst!“
  • Kinder wollen oft berichten, was geschehen ist
  • Es gibt keine Täter und Opfer, „beide“ Kinder sind betroffen und es geht ihnen nicht gut
  • Kinder werden von ihren Gefühlen überrannt und können in diesem Alter ihre Gefühle noch kaum sprachlich äußern
  • Maßnahmen wie das zur Redestellen, Einfordern von Entschuldigung für etwas, was in ihren Augen nicht der Wahrheit entsprach, kann zu einem Ungerechtigkeitserleben führen

3. DIE ROLLE DES ERWACHSENEN

  • Sich fragen, wie geht es mir, wie bin ich beteiligt mit meinen Gefühlen?
  • Ruhe bewahren, ein- und ausatmen
  • Spürst du Erschöpfung und Stress, sorge unbedingt auch für dich!
  • nur wenn es uns gut geht, können wir geduldig bleiben
  • schau, ob deine Grundbedürfnisse erfüllt sind und gib Acht auf dich! – solche Phasen sind sehr intensiv und unter Überforderung entsteht bei uns Stress und Ärger weitaus schneller
  • denn, wir möchten Vorbilder sein, was unter Strom nur schwer gelingt
  • Wichtig, auf aggressives Verhalten nie selbst mit Aggressionen reagieren, weil sich hierdurch nur bereits vorhandene innere Schemata bestätigen (die Erwachsenen sind böse auf mich, deshalb bin ich böse auf die Erwachsenen, deshalb sind die Erwachsenen böse auf mich…)
  • Behalte das langfristige Ziel im Blick!

4. AUSGANG

  • Zeige dem Kind, wie es die Situation lösen kann. Möchte es etwas Abstand und seine Grenze signalisieren, kann ein klares „Stopp“ mit einem Handzeichen hilfreich sein.
  • Zeigt das Kind im Spiel vermehrt auffälliges Verhalten, sei präsent und setze dich mit zum Spielen und begleite die Situation sprachlich und wenn nötig biete Schutz und Unterstützung.
  • Unterstütze das Kind beim Spiel und schau, ob du den Kontaktaufbau und das Spiel begleiten kannst, sie wieder in eine gute Verbindung kommen
  • Mach dir außerdem bewusst, dass jedes Kind verschieden ist und sich im eigenen Tempo und mit eigenem Temperament und Charakter entwickelt – und das ist auch gut so!
  • Schreibe dir auf, was das Kind alles gut kann – in solchen Phasen verschiebt sich unser Blick manchmal und es ist wichtig kompetenzorientiert zu denken!

IN KÜRZE:
3-Stufen Regel: Kinder stoppen, trennen und uns zwischen sie begeben und dann klar und mit Namen ansprechen, sanftes und kurzes halten kann Sicherheit signalisieren

Mit Kindern ins Gespräch kommen – Literaturtipps




Kinderliteratur

Sachliteratur

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Literaturangaben und weiterführende Literatur:

  • Penthin, R. (2010). Wenn Kinder um sich schlagen. Trotz, Wut und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen. Kösel
  • Daldrop, K. & Hohmann, K. (2018). Wenn zwei sich streiten … Konflikte zwischen Kindern achtsam begleiten. Betrifft Kinder. Heft 03-04/2018, S. 17-21
  • Dieken, C./ Dieken, J. (2014): Ganz nah dabei- Alltagssituationen in Kitas für 0- bis 3 Jährige. Arbeitsmaterial für Teamfortbildung, Ausbildung und Elternabend. Berlin (1. Auflage)
  • Dietz, H. (2017): Belohnen ist das neue Bestrafen. Wer still sitzt, bekommt ein Gummibärchen. Wer schön schreibt, einen Smiley. Belohnungen motivieren nicht, sondern sie schaden. Nicht nur Kindern. Online unter: http://www.zeit.de/kultur/2017-03/erziehung-belohnungen-psychologie-verhalten-motivation-10nach8, abgerufen am 06.05.2017
  • Dornes, M. (2002): Die Eltern der Bindungstheorie: Biographisches zu John Bowlby und Mary Ainsworth. In: Endres, M./ Hauser S. [Hrsg.]: Bindungstheorie in der Psychotherapie. München (2. Auflage)
  • Dornes, M. (2013): Die frühe Kindheit. Entwicklungspsychologie der ersten Lebensjahre. Frankfurt am Main (10. Auflage)
  • Focali, E. (2011): Aggressionen und Gewalt begegnen. Konfliktbewältigung in der Kita. Köln (1. Auflage)
  • Friedrich, B. (2005): Trotzig, zornig, wütend: Umgang mit kindlichen Aggressionen. München
  • Gaschler, F., G., (2007). Ich will verstehen was du wirklich brauchst. Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern. München
  • Gutknecht, D. (2015): Wenn kleine Kinder beißen. Achtsame und konkrete Handlungsmöglichkeiten. Freiburg im Breisgau
  • Gutknecht, D., Kramer, M. (2018). Mikrotranistionen in der Kinderkrippe. Übergänge im Tagesablauf achtsam gestalten
  • Haug-Schnabel, G. (2011): Aggressionen bei Kindern. Praxiskompetenz für Erzieherinnen. Freiburg im Breisgau (2. Auflage)
  • Hédervári-Heller, É. (2011): Emotionen und Bindung bei Kleinkindern. Weinheim und Basel
  • Hohmann, K. (2018). Konflikte im Team. abgerufen am 09.November 2018, von https://www.kita-fachtexte.de/texte-finden/detail/data/konflikte-im-team/
  • Hohmann, K. (2017). Beißen im Kindergarten – wie Kommunikation mit den Eltern gelingt. Abgerufen 14. September 2018, von https://www.nifbe.de/fachbeitraege/beitraege-von-a-z?view=item&id=738:beissen-im-kindergarten&catid=70
  • Hohmann, K. (2017). Wie Aggression entsteht. Abgerufen 14. September 2018, von https://www.nifbe.de/component/themensammlung?view=item&id=726:aerger-wut-und-agressionen&catid=70
  • Holler, I. (2010): Mit dir zu reden ist sinnlos! … Oder? Konflikte klären durch Mediation mit Schwerpunkt GFK. Paderborn: Junfermann
  • Juul, J. (2010): Time out – Schluss damit!_ein familylab.de – Artikel, Online unter: http://familylab.de/files/artikel_pdfs/familylab-artikel/time_out_schluss_damit.pdf abgerufen am 16.03.2017
  • Juul, J. (2013): Grenzen, Nähe, Respekt. Auf dem Weg zur kompetenten Eltern-Kind-Beziehung. Hamburg (7. Auflage)
  • Juul, J. (2014): Aggression: Warum sie für uns und unsere Kinder notwendig ist. Frankfurt am Main
  • Kollmann, Dr. I. (2013): Hauen, beißen, sich vertragen. Umgang mit aggressivem Verhalten 0-bis 3-Jähriger in der Kita. Berlin (1. Auflage)
  • Kolbe, B., Bergmann, W. (2016): Trotzphasen bei Kita-Kindern. Berlin
  • Largo, R. (2010): Babyjahre. Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren. München
  • Rogge, J. (2010). Wenn Kinder trotzen. Rororo, Reinbek
  • Rosenberg, M. (2011): Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens. Paderborn: Junfermann
  • Saalfrank, K. (2017): Wertschätzung statt Abwertung. Es geht auch ohne Strafen: Wie Sie Konflikte mit Ihren Kindern konstruktiv lösen. Online unter: http://www.focus.de/familie/experten/wertschaetzung-statt-abwertung-es-geht-auch-ohne-strafen-wie-sie-konflikte-mit-ihren-kindern-konstruktiv-loesen_id_6419365.html abgerufen am 16.03.2017
  • Schmidt, N. (2019): Erziehen ohne schimpfen. GU Verlag
  • Seide, K.; Graf, D. (2017): Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn, BELTZ Verlag
  • Shanker, S. Dr. (2016): Das überreizte Kind. Wie Eltern ihr Kind besser verstehen und zu innerer Balance führen. München
  • Staats, H. (2014): Feinfühlig arbeiten mit Kindern. Psychoanalytische Konzepte für die Praxis in Kita und Grundschule. Göttingen
  • Stechler, G./ Halton, A. (1987): The emergence of assertion and aggression during infancy: A psychoanalytic system approach. J. Amer. Psychoanal. Assn. 35: 821-838
  • Rodriguez, A. S. (2019) Es geht auch ohne Strafen. Kinder auf Augenhöhe begleiten. Kösel Verlag
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