Fachtexte

Ein Nein zu Strafen und Gewalt an Kindern!

Kathrin · 3 Min. Lesezeit
Ein Nein zu Strafen und Gewalt an Kindern!

Derzeit wird besonders viel zum Thema Stafen und Gewalt an Kindern veröffentlicht. Erst vor wenigen Tagen las ich einen Artikel aus der Schweiz, in dem abgestimmt wurde, ob es ein Verbot von Strafen (wie zum Beispiel Ohrfeigen) geben sollte. Artikel Gewalt an Kindern

An einer Umfrage mit der Frage: „Braucht es ein explizites Verbot von Strafen wie Ohrfeigen?“ nahmen 11539 Personen teil. Erschreckend ist, dass 73% angaben, dass es kein weiteres Verbot benötigt, denn schwere Gewalt steht schon unter Strafe und eine Ohrfeige muss zu erzieherischen Zwecken erlaubt sein.  Nur 21% empfinden die heutige Gesetzeslage nicht mehr zeitgemäß.

Katharina Saalfrank veröffentlichte ebenso ihr Buch „Kindheit ohne Strafen. Neuewertschätzende Wege für Eltern, die es anders machen wollen“.

Nutzen Erwachsene ihre Macht und Kraft gegenüber den Kindern aus, fühlen diese sich klein, schwach und verlassen. Kinder empfinden leicht ein Gefühl von Scham und gewöhnen sich an diesen Zustand. Besonders kleine Kinder stehen in besonderer Abhängigkeit zu ihren Eltern, sie versuchen trotz Demütigung sich mit ihnen gut zu stellen. Bei älteren Kindern kann dies negative Gefühle und Aggression freisetzen.

Die Erwachsenen tragen die Verantwortung

Ganz egal was ein Kind tut, in welcher „Phase“ es steckt und wie sehr unsere Geduld am seidenen Faden hängen mag, wir Erwachsenen tragen die Verantwortung für unser Verhalten. Ein Kind trägt nie die Schuld für eventuelles übergriffiges Verhalten von Erwachsenen gegen Kinder. Niemals!

Ein jeder, der mit Kindern lebt oder arbeitet kennt das Gefühl, wenn das Eis dünn wird und zu brechen droht. Gefühle, aller Art, seitens der Kinder, wie auch bei uns Erwachsenen sind völlig normal. Wir Erwachsenen haben den Vorteil, dass wir diese reflektieren können und in brenzlichen Situationen eine andere Perspektive einnehmen können.

Was tun, bevor man unkontrolliert reagiert?

Wir können gezielt atmen, aus der Situation gehen und die Kopflosigkeit durch Nachdenken beenden und einen Ausweg suchen. Hingegen darf die Lösung nie sein, die eigenen Gefühle wie Wut, Frustration oder Verzweiflung gegen die Kinder zu wenden. Auch nicht, wenn sie diese gegen uns wenden.

Dies heißt nicht, dass wir uns alles gefallen lassen und zur antiautoritären Erziehung zurückkkehren. Oh nein! Aber das bedeutet, dass wir als Vorbilder argieren und die Kinder erleben, wie wir mit schwierigen Situationen umgehen. Sehen sie, dass wir diese mit Unterdrückung, einem Klaps, Erniedrigung, Ausgrenzung oder einem rauhen Umgangston lösen, so leben wir ihnen genau das vor. Dabei wünschen wir uns verständnisvolle, achtsame und respektvolle Wesen. So lasst uns ihnen zeigen wie es geht- mit viel Liebe und Geduld!

„Welche sozialen Regeln und Wertvorstellungen sich das Kind aneignet, bestimmen wir mit unserem Vorbild“ (Largo 2009, Kinderjahre, S. 18).

Hören wir ihnen zu, wenn es uns am schwersten fällt und respektieren wir ihre Seelen ohne große Erwartungen oder Vergleiche zu anderen Kindern (wie beispielsweise den Geschwistern). Erlaubt ist, die eigenen Grenzen klar zu bennen und sich auch Auszeiten zu gönnen, wenn wir diese benötigen.

Lasst mich gern wissen, wie ihr darüber denkt !

Foto: pixabay

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Über die Autorin

Kathrin

Kindheitspädagogin, Autorin und Podcasterin. Hier teile ich, wie ein respektvolles, bedürfnisorientiertes Miteinander mit Kindern gelingt.

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