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„Als hätte der Himmel mich vergessen“ – Kinderschutz geht uns alle etwas an!

Von Kathrin

Der folgende Beitrag bezieht sich auf das Buch „Als hätte der Himmel mich vergessen“, es handelt sich um ein Rezesionsexemplar.

Verwahrlost und misshandelt im eigenen Elternhaus
von Amelie Sander, erschienen im lübbe Verlag

Wie kam ich zum Buch?

Amelie und ich kamen über die sozialen Medien ins Gespräch und als sie mich fragte, ob ihr Buch gern lesen mag, stolperte ich über den Klappentext:

„Von ihrer frühesten Kindheit an ist Amelie dem Hass der Frau ausgeliefert, die sie „Mama“ nennen muss. Nach außen hin sind die Sanders die perfekte Familie. Doch Amelie bekommt kaum etwas zu essen und zu trinken, wird eingesperrt, gequält und erniedrigt. Es gibt nur wenig, das ihr nicht bei Strafe verboten ist. Erst spät findet Amelie heraus, was mit ihrer leiblichen Mutter geschehen ist. Als sie schon fast alle Hoffnung verloren hat, gelingt ihr mit 21 Jahren endlich die Flucht…

Amelie Sander möchte mit ihren Erinnerungen auf das Schicksal von Kindern aufmerksam machen, die im familiären Umfeld misshandelt werden, und spricht sich dafür aus, dass die Verjährungsfristen in diesen Fällen endlich angehoben werden.“

Klappentext vom Buch

Hinsehen oder wegsehen?

Bereits dieser Text tat mir sehr weh und ich überlegte einen Moment, ob dieses Buch für die Vorstellung auf dem Blog wohl geeignet sei?! Als ich in mich spürte, merkte ich, wie sich eine Angst in mir ausbreitete, über solch etwas Unfaires und Trauriges zu lesen. Ich fragte mich, ob ich dem gewachsen bin.

Einen Wimpernschlag später dachte ich: „Du willst dich immer für eine achtsame und gewaltfreie Kindheit starkmachen und kannst nicht hinsehen, wenn es anders läuft?“

Und genau da haben wir das Problem, was uns allen passieren kann. Wir schauen weg! Gestern, vielleicht morgen, vielleicht immer mal wieder. Wir sehen nicht hin, wenn uns Schicksale zu groß erscheinen. Wir sehen nicht hin, weil wir uns fragen, geht mich das etwas an? Wir sehen nicht hin, weil wir denken, dass kann doch nicht sein. Wir gehen brenzlichen Situationen bevorzugt aus dem Weg.

Wir möchten uns vielleicht davor schützen. Vielleicht denken wir auch, dass wir nichts tun können, eh nicht helfen können, nicht stark genug sind. Vielleicht sind wir auch einfach überfordert oder unsicher.

„Halt!“, dachte ich. „Du möchtest, dass Kinder vor Gewalt durch andere geschützt werden? Dann sieh hin und lies darüber. Sieh hin und schau was du daraus lernen kannst, damit sich dieses Schicksal nicht wieder und wieder wiederholt“

Wegsehen sollte keine Option mehr sein

Ich sagte Amelie zu und begann ihr Buch zu lesen. Ich las es langsam, denn wie ich erwartet hatte, schmerzt jede Zeile. Ich wollte ich so oft in das Buch springen und dieses Mädchen retten. So oft dachte ich, warum hilft ihr niemand. So oft hoffe ich auf ein happy end. So oft …

Leider sahen in ihrem Fall zu viele Menschen nicht hin, kaum jemand wandte sich ihr zu und versuchte hinter ihr Verhalten zu blicken. Da war das ruhige Mädchen, welches immer unscheinbar am Rand stand. Wie gern wäre ich zu ihr gegangen und hätte sie gefragt, was sie braucht, um lächeln zu können. So gern.

Was können wir tun?

Und im nächsten Augenblick fragte ich mich, wie ich wohl tatsächlich gehandelt hätte?
Hätte ich den Mut gehabt, die vermeintliche Wahrheit der Stiefmutter zu hinterfragen?
Wäre ich so stark und mutig gewesen, dem Mädchen meine Hand zu reichen und sie aus der Situation zu befreien?

Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass Kinder und auch andere Menschen jeden Tag großen Verletzungen ausgesetzt sind und dass wir hinsehen müssen. Wir müssen Kinder ernst nehmen, ihr Verhalten, welches immer einen Grund hat, hinterfragen.

Dass Kinder ein Recht auf eine gewaltfreie Kindheit haben, das wissen wir. Nur oft fehlt es uns noch an Handlungsstrategien, wenn wir erleben, dass dieses Recht in Gefahr ist.

Ich bitte dich, schau hin, frage nach und reiche deine Hand, wenn du vermutest, hier könnte etwas nicht stimmen.

An dieser Stelle möchte ich auf einige fortführende Vereinigungen und Projekte aufmerksam machen, die als Anlaufstelle dienen können, wenn wir selbst unsicher sind.

Anlaufstellen

Höre mehr über Amelies Geschichte!

Podcast mit Amelie Sander

Und zu meiner großen Ehre durfte ich Amelie in meinen Podcast einladen und sie sprach mit mir über ihre Geschichte, von der wir alle lernen dürfen!

Du möchtest mehr über Amelie Sander erfahren und ihr Buch kaufen, dann schau mal bei ihr bei INSTAGRAM https://www.instagram.com/ameliesander_autorin/ oder auch bei FACEBOOK https://www.facebook.com/AutorinAmelieSander/ vorbei.

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