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Fünf kleine Tricks, um die Hausaufgaben entspannter zu machen

Von Kathrin

Gastartikel von Patrick Breitenstein

Die Bereitschaft von Kindern, sich an ihre Hausaufgaben zu setzen, steht und fällt mit ihrer Leistungsmotivation. Dieses Persönlichkeitsmerkmal bildet sich in frühester Kindheit aus. Ob neue Aufgaben mit Zuversicht oder Furcht angegangen werden, hängt von Erziehung und Erfahrungen ab.

In diesem Artikel erfahrt ihr, wie ihr euren Kindern das Erledigen von Hausaufgaben erleichtern könnt. Diese kleinen Tipps helfen dabei Freude in den Lernprozess zu bringen, sie in entspannter Atmosphäre zu erledigen und darüber hinaus die Motivation der Kinder zu steigern.

Vor allem erfahrt ihr:

  • Welchen Einfluss die Eltern-Kind-Beziehung auf Hausaufgaben hat
  • Wie sich Freizeitaktivitäten auf die schulische Motivation auswirken
  • Warum Gespräche Wunder wirken
  • Wie Kinder ermutigt werden können
  • Welche Auswirkungen die Alltagsstruktur auf die Hausaufgaben-Motivation haben

Das Selbstbewusstsein des Kindes stärken

Je selbstbewusster das Kind ist, desto optimistischer wird es sich an neue Aufgaben heranwagen. In der Erziehung gilt daher: dem Kind eigene Entscheidungen überlassen und die Selbstständigkeit in angemessener Weise fördern.

Das stärkt die Selbstwirksamkeit und wirkt sich positiv auf die Lernmotivation aus. Darum ist es wichtig, die Bedürfnisse des Kindes zu respektieren und es sanft und entspannt an neue Herausforderungen heranzuführen.

Diese kleinen Tipps können das Selbstbewusstsein stärken:

  • Das Kind verschiedene Aufgaben alleine bewältigen lassen und es darin bestärken
  • Positives Selbstbild fördern (z.B. durch bildliche Darstellung der Erfolgserlebnisse)
  • Erfolgserlebnisse stets betonen
  • Entspannt bleiben und eine fehlerfreundliche Kultur herstellen, wir alle lernen ein Leben lang

Emotionale Zuwendung als Schlüsselerlebnis

Eine stabile Eltern-Kind-Beziehung ist der Schlüssel zum Vertrauen. Wenn es Probleme mit den Hausaufgaben oder dem Lernstoff gibt, sind Kinder auf emotionales Verständnis angewiesen. Das hilft ihnen Ängste abzubauen und hemmende Faktoren zu erkennen.

Ihr könnt euer Kind unterstützen, indem ihr immer auf eine starke und entspannte emotionale Beziehung zu eurem Kind achtet. Kleine liebevolle Zuwendungen im Alltag sind wichtig! Ebenso von Bedeutung ist, dass das Kind immer das Gefühl hat, auf eure Unterstützung vertrauen zu können.

Durch folgende Tipps lässt sich die Beziehung vertiefen:

  • Mindestens einmal täglich Zeit nehmen, um Gespräch mit dem Kind zu suchen (z.B. beim Zubettgehen)
  • Dem Kind bei Problemen unterstützen
  • Öfter Zeit zusammen verbringen (z.B. Spaziergänge, Besuch im Schwimmbad, Spielen mit dem Kind)
  • Vor allem dann, wenn es dem Kind emotional nicht gut geht: bestärken und unterstützen
    (Mehr dazu im Artikel Bedürfnisse Erkennen)
  • Bei Problemen mit den Hausaufgaben versuchen, hemmende Faktoren gemeinsam zu ergründen


Hausaufgaben in den Alltag praktisch einbeziehen

Die intrinsische Motivation von Kindern ist es, Neues zu erlernen und mit Neugierde die Welt zu entdecken. Diese wunderbaren Eigenschaften könnt ihr nutzen, um Hausaufgaben spielerisch in den Alltag zu integrieren.

Ein Besuch im Wald kann das Kind dazu ermuntern, mehr über die Natur zu lernen. Dann sind die Biologie-Hausaufgaben fast schon ein Geschenk. Außerdem kann man auch Rechenaufgaben in den Alltag einbauen, das Lesen üben oder geschichtliche Ereignisse ansprechen in Bezug auf den heutigen Zusammenhang.

Je abwechslungsreicher die Aufgaben und ihre Struktur sind und je praktischer ihr Nutzen dem Kind erscheint, desto mehr Freude wird das Kind beim Erledigen aufbringen!

Durch den Einbezug der Hausaufgaben in den Alltag kann das Interesse und die Motivation erheblich gesteigert werden. Hier ein paar Beispiele, wie ihr das realisieren könnt:

  • Lesen von Anleitungen oder Beschreibungen beim Einkauf
  • Zusammenrechnen von verschiedenen Produkten
  • Zählen von Bäumen bei einem Waldspaziergang
  • Das Beobachten von kleinen Käfern oder Haustieren

Freizeitaktivitäten als Motivationsschub

Manche Eltern machen den Fehler, ihre Kinder bei schlechten Noten mit dem Entzug von lieb gewonnenen Gegenständen oder Aktivitäten zu bestrafen. Das schädigt nachhaltig die Eltern-Kind-Beziehung und wirkt sich sehr negativ auf Selbstwirksamkeit und Erfolgserwartung des Kindes aus.

Die Folgen sind eine starke Abnahme der Motivation und ein erhöhter Erwartungsdruck. Das führt eher zu psychischen Störungen, als dass die Lernbereitschaft erhöht wird.

Besser ist es, dem Kind noch mehr Möglichkeiten für Erfolgserlebnisse anzubieten. Das stärkt das Selbstvertrauen und fördert die Motivation.

Freizeitaktivitäten wie z.B. Fußballtraining mit Freunden, Reiten oder Schwimmen führen zu einem Zugewinn an Selbstvertrauen und fördern die intrinsische Motivation. Ihr könnt eurem Kind helfen, indem ihr es bei der Freizeitgestaltung unterstützt! Schaut dafür gerne bei unserem Artikel zum Thema Spiele für drinnen vorbei.

Das gemeinsame Erreichen eines Ziels.

  • Erzeugt ein stärkendes Gemeinschaftsgefühl
  • Wirkt sich positiv auf die Selbstwirksamkeit und Motivation aus

Außerdem kann die Erledigung von Hausaufgaben für die Freizeitaktivität nützlich sein (z.B. das Erlernen von Geometrie für Holzarbeiten). Das gibt dann nochmals einen Motivationsschub und schon können die Hausaufgaben spannend sein.


Umgebungsfaktoren an die Bedürfnisse des Kindes anpassen

Welcher Lerntyp ist euer Kind? Macht es die Hausaufgaben gern allein oder in Gemeinschaft mit Eltern oder Mitschülern? Um den Lernprozess so angenehm wie möglich zu gestalten, solltet ihr euer Kind gut kennen.

Die Lernumgebung sollte auf die Bedürfnisse des Kindes zugeschnitten werden. Ebenso sind regelmäßige Pausen nützlich. Eine Regelmäßigkeit, was das Erledigen von Hausaufgaben betrifft, hilft bei der täglichen Organisation und vermittelt Sicherheit.

Diese Umgebungsfaktoren erleichtern es eurem Kind, Hausaufgaben entspannt zu erledigen:

  • Atmosphäre entsprechend dem Lerntyp des Kindes gestalten (Ruhe, Arbeitskreis, etc.)
  • Alle Arbeitsmaterialien bereitstellen
  • Kleine Snacks (am besten Brain-Food) und genug Flüssigkeit besorgen
  • Pausen einbauen und Aufgabentypen variieren
  • Zu Beginn eine motivationssteigernde Aufgabe erledigen
  • Als unterstützender Elternteil in Rufnähe sein
  • Gegebenenfalls Nachhilfe für spezielle Themen organisieren.

Fazit

Die intrinsische Motivation ist etwas, das erlernt und gefördert werden kann. Eine Begleitung mit Fokus auf der Vermittlung von Selbstwirksamkeit und Selbstbewusstsein sorgt für Erfolgserlebnisse und wirkt sich positiv auf die Lernmotivation und damit auch auf die Hausaufgaben des Kindes aus.

Je vertrauter die Eltern-Kind-Beziehung ist, desto schneller können Lernprobleme besprochen und angegangen werden. Diese 5 Tipps helfen euch dabei, die emotionale Bindung zu stärken, Hausaufgaben in den Alltag einzubauen und die Lernumgebung an die Bedürfnisse des Kindes anzupassen.

Eine entspannte Atmosphäre (zwischenmenschlich, zeitlich, räumlich und gefühlsmäßig) ist ein wesentlicher Faktor für Spaß am Lernen.

Dann sind Hausaufgaben ein Kinderspiel und haben einen positiven Effekt auf Lernverhalten und -erfolg!

Das waren unsere 5 Tipps, damit die Hausaufgaben ab sofort noch entspannter ablaufen können.

Hier geht es zu einem noch ausführlichen Beitrag zum Thema Kind zu den Hausaufgaben motivieren, falls noch mehr Fragen offen sind, sonst aber auch gerne direkt in die Kommentare schreiben. 😊

Literaturquellen

  • Hennig / Keller 1993: Claudius Hennig/Gustav Keller, Lehrer lösen Schulprobleme. Donauwörth (Auer)
  • Träbert 2017: Detlef Träbert, Rechtschreibtraining mit der Schubs®-Methode, Dreieich (MEDU-Verlag)
  • Träbert 2016: Detlef Träbert, Mehr Freude am Lernen!, Dreieich (MEDU-Verlag)

 Über den Autor:

Patrick Breitenstein ist der Autor des Blogs für bessere Noten, wo es alles für Eltern und Schüler gibt, welche gerne in der Schule besser sein möchten.

Hinter dem Blog steht die Firma Tutor Boost (*Werbung*), welche Online Nachhilfe für Schüler, Studenten und Erwachsene anbietet in allen Hauptfächern und Hauptsprachen. Er selbst war selbst lange Jahre Nachhilfelehrer und bringt nun diese Erfahrung in das Online Magazin und in die Firma als Leitung und Gründer mit ein.

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