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Buchvorstellung „Komm, wir spielen!“

Von Kathrin

Das Spiel als pädagogische Methode von Kristina Avenstrup und Sine Hudecek
Verlag: Bananenblau 2019, ISBN 978-3-946829-32-4

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar des Verlages!

Inhalt in Kürze

Wir alle wissen, dass Spielen für Kinder das A und O des Lernens ist und sie dadurch in vielfältige Welten eintauchen. Sie sammeln immens viele Erfahrungen und erleben eine Gemeinschaft.

Aber so natürlich und „spielerisch“ es gelingen kann, im Alltag ist es nicht immer einfach. Manchmal prasseln verschiedene Bedürfnisse (z.B. Exploration und Bewegungsdrang) aufeinander und es fällt Kindern schwer, diese zu vereinen.

Das Buch widmet sich genau diesem Knackpunkt und verhilft dem Erwachsenen, das Kind in seiner Rolle und in seiner Welt zu verstehen und einen Rahmen zu öffnen, in dem Kinder ausgelassen und altersentsprechend spielen können, allein sowie in Begleitung vom Erwachsenen.

Aufbau des Buches

Nach einer einladenden Einleitung widmet sich das erste Kapitel dem Spielen und Lernen in der Theorie. Dieses Kapitel befähigt die pädagogischen Fachkräfte sich die Kenntnisse über die Spielkompetenzen und Spieltypen wieder aufzufrischen. So können sie in der Beobachtung der Kinder erkennen, wie und was die Kinder derzeit spielen.

Das zweite Kapitel Spielanleitungen in der Praxis werden Anleitungen für Gruppen beschrieben, die wiederum die Spielkompetenz der Kinder fördern. Dieses Kapitel ist als Leitfaden zu betrachten, um Spielanleitungen methodisch umzusetzen. So wird am Beispiel der Bäckerei erläutert, welche Rollen mit verschiedenen Charakteren vergeben werden können und wie sie diese gemeinsam und transparent verhandeln/tauschen. Das Spielkonzept gibt den Kindern eine Art Spielanleitung, beispielsweise: „Ein oder mehrere Bäcker backen Kuchen und verkaufen sie an einen oder mehrere Kunden, die auswählen, was sie kaufen möchten (…)“ (S. 85). Das Spiel kann sich entwickeln, aber das Grundkonzept sollte hierbei eingehalten werden und als Ausgangspunkt dienen. Des Weiteren werden im Buch jeweils die „Schlüsselrepliken“ (Aussagen und Geräusche) sowie die Hilfsmittel aufzeigt. Jedes Spiel verfolgt pädagogische Schwerpunkte und enthält Variationsmöglichkeiten. Diese Abfolgen werden im zweiten Kapitel sehr genau beschrieben und können so methodisch genau geplant werden.

Im dritten Kapitel dreht es sich um die Rolle und Positionierung der Erzieher. Es wird erläutert, inwiefern der Erzieher seine Rolle als Teilnehmer wahrnimmt und wie dieser das Spiel begleitet und zur professionellen Improvisation beiträgt.

Das vierte Kapitel umfasst ein Spielverzeichnis mit vielfältigen Anleitungen für die Anwendung in der Praxis.

Eigene Einschätzung zum Buch

Das Buch ist vielseitig und überaus professionell verfasst. Der Schreibstil klar und deutlich, wenn auch etwas fachlich. Das Buch überzeugt durch seinen strukturierten Aufbau und die downloadbaren Vorlagen.

Ich habe es aber tatsächlich mehrfach in die Hände genommen, bevor ich mit dem Lesen begann. Denn für mich ist/war Spiel etwas, was so passiert. Die Bedeutung dessen schütze ich in der Praxis sehr, aber es kostete mich etwas „Überwindung“ das Spiel als etwas planbares und systematisches zu sehen.

Nach kurzem Lesen wurde ich aber überzeugt und fühlte mich eingeladen, das Spiel wieder genauer unter die Lupe zu nehmen und zu überdenken. Besonders spannend finde ich die Rolle der Erwachsenen, die wir doch öfter außer Acht lassen, oder? Im schnellen Kindergarten-Alltag waren die Freispielzeiten für mich immer Momente der Beobachtung und Begleitung, wenn ich gebraucht wurde. Die Führung hier wieder etwas stärker in den Fokus zu rücken und Kinder zum gezielten Spiel anzuleiten und dann in den Hintergrund zu treten, ist eine spannende Erinnerung. Besonders im Hinblick des Beziehungsaufbaus, denn Kinder erhalten über das Spiel neben den vielfältigen Kompetenzen die Möglichkeit mit uns Bindung aufzubauen. Wir stehen in echtem Kontakt und sind in der Lage mit den Kindern zu kommunizieren, auf Augenhöhe zu gehen und Nähe zu erzeugen.

Besonders Kinder, die durch ihr Verhalten schneller mal auffallen, haben durch ausgeglichene Spiele die Möglichkeit Kompetenzen auszubauen und ihre Rolle in der Kindergruppe zu stärken. Und wir erhalten als Spielpartner einen wertvollen Zugang und kommen (überspitzt gesagt) weg von der autoritären Rolle der „ErzieherIn“, sondern sitzen mit den Kindern in einem Boot und blicken in eine Richtung und das mit viel Spaß und positiven Erlebnissen!

Ich bin neugierig, wie erlebt ihr das Spiel im Alltag?

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