Home EmpfehlungenFachbücher Machtgeschichten – ein Buch für Kinder

Machtgeschichten – ein Buch für Kinder

Von Kathrin

Ein Buch für Kinder über das Leben mit Erwachsenen

von Anne Sophie Winkelmann, mit Illustrationen von Gaelle Lalonde, erschienen im edition claus Verlag

*Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar vom Verlag, wie immer beeinflusst dies nicht meine Meinung*

Ich stolperte über den Titel. Es geht augenscheinlich um Macht und dieses Buch ist für Kinder? Meine Neugierde war also geweckt. Wer mein Portal kennt, weiß, ich achte sehr auf die Gleichwürdigkeit untereinander und es ist mir ein Anliegen, dass alle Menschen den gleichen Wert erfahren – egal ob jung oder alt.

Zum Buch

Nun hielt ich das Buch ganz gespannt in den Händen und zu meiner Überraschung besteht es aus zwei Teilen. Einem Teil mit sechs lebendigen Geschichten für Kinder und ein anderer Teil für Erwachsene als kleine Fortbildungseinheit.

von Gaelle Lalonde
von Gaelle Lalonde

Teil eins: Geschichten für Kinder

Es beginnt mit einer Einleitung, die die kleinen LeserInnen mitreißt und sie abholt. Die Autorin spricht Gewalt an Kindern durch Erwachsene an. Ohne den Zeigefinger zu erheben, stellt sie klar, dass Gewalt gegenüber Kindern zu Unwohlsein und Verletzung führen.

Es ist nicht okay Kinder zu packen, anzuschreien oder Gewalt auszuüben, leider passiert es aber immer wieder und daher ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig. Und sie hebt hervor, dass den meisten Erwachsenen viel daran liegt, die Kinder „ohne Gewalt beim Aufwachsen zu begleiten“.

Die Geschichten stammen direkt aus dem Leben von Kindern. Es geht um Streit, um das Anziehen, Strafen, dreckig sein. Sie sind kindzentriert und zauberhaft geschrieben und bebildert. Gefühle werden angesprochen und thematisiert und Situationen in verschiedener Art und Weise gelöst, mal angenehm für die Kinder und mal verbunden mit Trauer, Unwohlsein oder gar Scham. Das spannende, jede Geschichte hat zwei unterschiedliche Enden und lädt die Kinder mithilfe von Fragen zu Gesprächen ein.

Ich selbst las die Geschichten mit meinen Kindern im Alter von fünf und neun Jahren und sie folgten den Figuren aufmerksam und fühlten mit ihnen. Ein ungezwungenes Gespräch entstand über die Erlebnisse der Kinder und sie werden förmlich auch in die Gedankenwelt der Erwachsenen mitgenommen. Sie erleben, dass auch wir Fehler machen und aufgrund verschiedener Gegebenheiten ungünstig reagieren können und gleichzeitig jede Situation die Chance erhält Kinder achtsam zu begegnen.

Der anschließende Teil zu jeder Geschichte bietet Ideen, wie die Themen im Team bearbeitet werden können, um Reaktionen von Erwachsenen/pädagogischen Fachkräften zu reflektieren. Es ist so einladend und ergreifend formuliert, dass sich diese Reflexion auch in Teamsitzungen anbieten würde.

Themen wie: Strafe, Drohungen, Belohnung, Bedauern, Gender, selbst erfahren, Umgang mit Zeitdruck, Gefühle ernst nehmen, getrennte Eltern, Innehalten, zwei Mütter, körperliche Gewalt, Aufräumen und Partizipation können thematisiert werden.

Teil zwei: ein Fortbildungsbuch zu Adultismus für Kita, Grundschule und Familie

Einleitend erläutert dieser Teil in welcher Form mit den Geschichten für Kindern umgegangen werden kann. Die Autorin nimmt die LeserInnen sehr behutsam mit und beschreibt mögliche Herausforderungen der (Selbst)reflexion. Der Austausch im Team kann mithilfe der Fragen angeregt werden. Im weiteren Verlauf wird die Macht von Erwachsenen gegenüber Kindern in den Fokus gerückt und die LeserInnen können sich behutsam fragen: Bin ich machtvoll?

Des weiteren wird der Adultismus genauer unter die Lupe genommen. Was verstehen wir darunter und wo ist dieser in unserem Alltag, unserer Gesellschaft gar allgegenwärtig.

Weitere Themen wie die Kinderrechte, Partizipation und Demokratiebildung, Adultismus in der Erziehung, Gleichwürdigkeit in Beziehungen mit eine Exkurs zu der Bedürfnisorientierung runden das Buch ab.

Mein Fazit in Kürze

Es ist in einem leicht verständlichen und angenehmen Stil verfasst. Ein Buch, was ich Eltern sowie pädagogischen Fachkräften wärmstens ans Herz legen kann. Es nimmt die/den LeserInnen mit, ohne zu belehren.

Es ist eine willkommene Einladung mit Kindern auf Augenhöhe und in Würde und Respekt zusammenzuleben.

Liebe Anne Sophie Winkelmann, hab vielen Dank für dieses wundervolle Werk! Ich werde es in meinen Texten und Fortbildungen ab nun an wohl häufiger zu Rate ziehen!


Ich versuche produktive Inhalte für euch bereitzustellen, denn ich habe eine VISION: eine liebevolle, straffreie Kindheit für alle. Zum Großteil ist der Blog ein Hobby, ich möchte mein Wissen und meine Erfahrungen mit euch teilen – mit euch gemeinsam wachsen. Ich verzichte auch (bis auf wenige Ausnahmen aus Überzeugung) auf Werbung! Wem diese Texte/Inhalte/Videos guttun und möchte, kann mich aber gern hier oder in life auf einen Cafe einladen! Völlig freiwillig, es hilft uns aber den Blog am Leben zu erhalten!





Wie hat dir dieser Beitrag gefallen? Bitte bewerte diesen Artikel zum Abschluss
[Bewertungen: 2 Bewertung: 5]

Related Articles

Schreibe was dich bewegt

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.